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Gerhard Zeiler, bereits seit acht Jahren Chef der RTL-Group.

Foto: AP/Bruns

Wien/Luxemburg - Für RTL-Chef Gerhard Zeiler ist das Thema ORF-Wahl definitiv gegessen. In einem Interview mit dem deutschen "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) betonte er einmal mehr, dass er als CEO der RTL Group einen in Europa einmaligen Job und dazu einen langfristigen Vertrag bis 2015 habe. "Das Thema ist durch", so Zeiler. Bei RTL geht der Sparkurs in Programmfragen langsam wieder zu Ende, wie Zeiler ankündigte. Was die Entwicklung des Werbemarktes angeht, bleibt er aber vorsichtig.

Den Sparkurs der vergangenen Jahre begründet Zeiler damit, dass man Anfang 2009 in vielen europäischen Ländern einen Einnahmeverlust zwischen 20 und 30 Prozent verbucht habe, weshalb man "umgehend massiv die Programmkosten gedrückt" habe.

Kostenbremse

Heuer steigt Zeiler wieder von der Kostenbremse, wie er ankündigte. "Wir investieren 2011 wieder verstärkt ins Programm bei allen RTL-Sendern in Europa. Das ist keine zweistellige Steigerung der Programmkosten, aber doch eine Anhebung der Ausgaben." In Deutschland habe man etwa in den Zweiteiler "Hindenburg", eine der teuersten RTL-Produktionen aller Zeiten, investiert, auch Formate wie die "Dschungelshow" seien wieder aufgenommen worden. Auch in Holland und bei M6 in Frankreich gebe RTL wieder mehr für das Programm aus.

Mit Prognosen hält sich der RTL-Chef zurück. Im vergangenen Jahr hätten sich die Werbemärkte in Westeuropa wieder stark erholt, in Osteuropa hingegen habe es nur eine Stagnation gegeben, so Zeiler. "Die Entwicklungen im europäischen Fernsehmarkt sind zu unterschiedlich, um schon jetzt eine verlässliche Vorhersage treffen zu können. Ich bin optimistisch, aber verfalle nicht in Euphorie." In einigen Ländern sei der Werbemarkt jedenfalls wieder auf dem Vorkrisenniveau.

Zeiler tritt für Werbeverbote bei den öffentlich-rechtlichen Sendern in Deutschland ein: "Ich bin ein Anhänger des dualen Rundfunksystems nach britischem Vorbild. Die BBC sendet keine Werbung." (APA)