Wien - "Herzchirurgie wird mit weit geöffnetem Brustkorb und hohen OP-Risiko verbunden. Zu Unrecht - die Herzchirurgie ist seit Jahrzehnten eine standardisierte und risikoarme Therapie", heißte es in einer Aussendung des Österreichischen Chirurgenkongresses, die derzeit in Wien stattfindet. Das reduzierte Risiko ist nicht zuletzt den großen Erfolge der minimal invasiven Herzchirurgie zu verdanken. Eingriffe werden teilweise am schlagenden Herzen und ohne Einsatz einer Herz-Lungenmaschine vorgenommen. 

Vorraussetzung für eine optimale Patientenversorgung heute, ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Herzchirurgen und Kardiologen. Die Installierung eines adäquaten Operationssaals (Hybrid-Operationssaal) hält Karlheinz Tscheliessnigg, Leiter der Abteilung für Herz- und Transplantationschirurgie der MedUni Graz, für zwingend: "Der OP-Saal der Zukunft integriert minimalinvasive Eingriffe mit hochauflösender Bildgebung in einer sterilem Umgebung." 

Intraoperatives Neuromonitoring

Beim Chirurgenkongress wird auch über Schilddrüsenoperationen diskutiert. Jährlich werden in Österreich rund 9.000 thyreoidale Eingriffe durchgeführt. Die Durchtrennung beziehungsweise  Verletzung des Stimmbandnervs ist eine gefürchtete Komplikation.

"Bei unseren heutigen Operationstechniken legen wir den nicht immer einfach aufzufindenden Stimmbandnerv frei und entnehmen das Schilddrüsengewebe unter ständiger Sichtkontrolle des Nervenverlaufs", erklärte Rdolf Roka, Präsident der österreichischen Chirurgengesellschaft. Gleichzeitig kann mit einem intraoperativen Neuromonitoring die Funktion des Nervs während der Operation permanent kontrolliert werden. "So kann eine bleibende Stimmbandlähmung und eine daraus resultierende Heiserkeit bereits mit großer Sicherheit vermieden werden," sagte Roka. (red/APA)