Damaskus - Die syrische Armee hat ihre gewaltsamen Einsätze gegen Zivilisten an den Grenzen des Landes am Wochenende weiter ausgeweitet. In dem Ort Kassir nahe der westlichen Stadt Homs an der Grenze zum Libanon, wo am Vortag zwei Menschen getötet wurden, waren am Sonntag weiter Schüsse zu hören, wie Rami Abdel Rahman von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sagte. Auch an der Grenze zur Türkei setzte die Armee ihren Einsatz fort.

Auch in der Ortschaft Kiswa südlich der Hauptstadt Damaskus seien am Samstag zwei Zivilisten erschossen worden, sagte Rahman in London. Schüsse seien am Sonntag auch in Homs gefallen. Erst am Freitag waren bei Einsätzen des Militärs gegen zehntausende Demonstranten nach Angaben von Aktivisten 18 Menschen erschossen und zahlreiche weitere verletzt worden. Seit Beginn der Proteste Mitte März kamen laut Menschenrechtlern bereits mehr als 1300 Menschen ums Leben. Weitere 10.000 Zivilisten wurden demnach festgenommen.

Nahe der türkischen Grenze drang die Armee am Samstag mit Panzern und Truppentransportern in das Dorf al-Najia ein und tötete vier Menschen, sagte Rahman. al-Najia liegt zwischen der Hafenstadt Lattakia und der Protesthochburg Jisr al-Shughour, welche die Armee am 12. Juni eingenommen hatte, was tausende Einwohner zur Flucht veranlasste. Rahman sagte am Sonntag, während des Wochenendes seien hunderte Menschen aus Kassir in den Libanon geflohen. (APA)