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Behielt im Entscheidungssatz die Nerven: Tamira Paszek.

Foto: Reuters

London - Tamira Paszek steht im Achtelfinale von Wimbledon. Die Vorarlbergerin setzte sich in der Fortsetzung des am Vorabend beim Stand von 3:2 im dritten Satz wegen Regens abgebrochenen Drittrunden-Duells mit der Paris-Finalistin  Francesca Schiavone mit 3:6,6:4,11:9 durch.

Besonders der dritte Satz - Schiavone schlug zweimal zum Matchgewinn auf - entwickelte sich dramatisch, beide Spielerinnen gaben im Finish mehrmals ihren Aufschlag ab ehe die nervenstärkere Paszek das Match gegen die Nummer sechs der Welt nach 3:41 Stunden mit einem Break für sich entschied.

Paszek hat damit nach von Rückschlägen geprägten Jahren ein bemerkenswertes Comeback geschafft. Erstmals seit 2007, als sie mit 16 Jahren in Wimbledon und bei den US Open das gleiche Kunststück geschafft hatte, steht sie wieder in einem Grand-Slam-Achtelfinale.

Nach einem der größten Erfolge in ihrer Karriere sank Paszek in die Knie, die Emotionen waren offenbar. Schließlich hatte die Dornbirnerin 2008 in der ersten Runde von Wimbledon schon einmal gegen Schiavone - wahrlich keine Rasen-Spezialistin - knapp verloren: Die kampfstarke Italienerin hatte sich damals mit 6:3,5:7 und 10:8 durchgesetzt.

Als Schiavone nun nach einem Break zum 9:8 zum zweiten Mal auf den Sieg servierte, wäre es beinahe wieder genau so gekommen. Doch Paszek gelang das abermalige Rebreak. Die Vorgänge auf Court 12 hatten sich inzwischen auf der Anlage herumgesprochen und auch Richard Williams schaute mit seiner Freundin noch als Zuschauer vorbei. Er konnte jedoch nur noch ein Game verfolgen, denn Paszek nützte im 20. Spiel des insgesamt 124 Minuten dauernden Entscheidungssatzes gleich ihren ersten Matchball. Ihre Freude teilten Muter, Bruder und Trainervater.

"Als es 7:7 gestanden ist, dann 8:7, da habe ich mir gedacht: nein, bitte, nicht schon wieder", schilderte Paszek ihr Innenleben in der entscheidenden Phase. Die Gründe für den Erfolg: "Ich habe nie aufgegeben und ich wollte es einfach. Ich wollte das Match gewinnen. Egal, wie, wann oder wo. Ich wollte einfach in die vierte Runde."

Paszek (WTA Nummer 80) hat nun gute Chancen, am Montag ihr erstes Grand-Slam-Viertelfinale zu erreichen. Ihre Gegnerin heißt dann Xenia Perwak , die Weltranglisten-89. aus Russland hatte bereits am Freitag überraschend die an Nummer elf gesetzte Deutsche Andrea Petkovic (GER-11) ausgeschaltet. Es wird das erste Duell der beiden 20-Jährigen sein.

Die Ansage: "Ich werde es genießen, wieder im Achtelfinale zu stehen und kämpfen." Das Spiel wurde für Montag um 13.00 Uhr MESZ angesetzt. (red)