Bild nicht mehr verfügbar.

Die Saison bleibt für Sebastian Vettel ein einziger Genuss. Der Weltmeister feiert in Valencia seinen sechsten Sieg.

Foto: REUTERS/Albert Gea

Bild nicht mehr verfügbar.

24 Boliden starteten in den GP von Europa, 24 Boliden kamen nach 56 Runden in der Marina von Valencia ins Ziel.

Foto: EPA/KAI FOESTERLING

Valencia/Wien - Mögen sich auch Regeln ändern, das Bild, das die Formel 1 heuer abgibt, ändert sich nicht. Titelverteidiger Sebastian Vettel eilt unbeeindruckt von den Diskussionen und technischen Änderungen von Sieg zu Sieg, zeigt nach fast jedem Zieleinlauf seinen dürren Zeigefinger. Beim Grand Prix von Europa gelang dem 23-Jährigen im Red Bull der sechste Sieg im achten Rennen, zweimal war er Zweiter. Und weil sich die Konkurrenz nicht auf einen echten Herausforderer einigen kann, beträgt sein Vorsprung auf die ersten Verfolger schon 77 Punkte. Vettel könnte gefahrlos drei Rennen pausieren, das wird er aber nicht tun. In zwei Wochen in Silverstone sattelt er wieder seinen offensichtlich überragenden Boliden.

Satt ist Vettel noch lange nicht, das zeigte sein den ausgestreckten Finger begleitendes Siegesgeheul in Valencia, wo ihm der Hattrick aus Pole Position, Start-Ziel-Sieg und schnellster Rennrunde gelang: "Ein brillanter Nachmittag! Fantastisch! Danke an alle!" Kurz dachte der Dominator auch an die Zuseher daheim und an der Strecke in der königlichen Marina: "Von außen mag es wie ein langweiliges Rennen ausgesehen haben, aber ich habe es sehr genossen und bin superglücklich. "

Zum Titel sei es gleichwohl noch ein weiter Weg. Für die Konkurrenz droht der Gang eine einzige Demütigung zu werden. Stallrivale Mark Webber nach Rang drei in Valencia und der diesmal sechstplatzierte Jenson Button von McLaren sind punktgleich die Anführer des geschlagenen Feldes. Dabei hatte man gehofft, dass sich durch das auf Raten eingeführte Verbot von Vettels Wunderauspuff die Kräfteverhältnisse ändern würden. Das Gegenteil war vor dem Komplettverbot in Silverstone der Fall. Immerhin befindet sich Ferrari offenbar wirklich im Aufwind. Fernando Alonso wurde vor heimischem Publikum Zweiter und ist nun wieder im Rennen um den inoffiziellen Titel des Vizeweltmeisters, Felipe Massa fuhr auf Rang fünf.

Pfeifen im Wald

Dennoch sprach Ferraris Teamchef Stefano Domenicali mit einer Kampfansage eher den verzagten Fans der Scuderia Mut zu: "Wir konnten heute einen Red Bull hinter uns lassen, jetzt knöpfen wir uns den nächsten vor." Das klang wie das Pfeifen im Wald. Kollege Christian Horner gestand den Roten ein enges Rennen zu: "Ferrari und McLaren waren bislang noch nie an einem Wochenende gleichzeitig konkurrenzfähig, aber der Tag wird kommen."

Vettel kann sich mit künftigen Großtaten beschäftigen. Der Rekord an Podestplätzen en suite wird seit 2001/02 von Michael Schumacher (diesmal 17.!) mit 19 gehalten. Vettel hält saisonübergreifend bei zehn, das ginge sich also heuer locker aus, stehen doch noch elf Rennen bevor. Vettel hält nach seinem 70. GP bei 16 Siegen. In der einschlägigen Rangliste hat er Lewis Hamilton überholt. Von der aktuellen Konkurrenz hat neben Rekordler Schumacher (91) nur Alonso (26) mehr. (lü, DER STANDARD, Printausgabe, 27.6.2011)