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Rekruten mit ihrer neuen militärischen Ausrüstung im Juni in der Schwarzenbergkaserne in Salzburg.

Foto: apa/Gindl

Wien - Von Abschaffung der Wehrpflicht (wie sie von der SPÖ vertreten wird) will die ÖVP nichts wissen: Am Wochenende er- klärte VP-Generalsekretär Hannes Rauch im Ö1-Mittagsjournal, dass das ÖVP-Konzept sogar auf eine Ausweitung der Wehrpflicht hinausläuft. Die ÖVP will nämlich die Tauglichkeitskriterien lockern. Im Schnitt der vergangenen Jahre waren jeweils rund 6000 der rund 45.000 Stellungspflichtigen (13 bis 14 Prozent eines männlichen Jahrgangs) untauglich. Die ÖVP meint, das wären zu viele, etwa die Hälfte der Untauglichen könnte irgendeiner Form des Dienstes herangezogen werden.

Rauch sagt, die Definition der Tauglichkeit müsse sich an Kriterien für "Berufsunfähigkeit nach dem Arbeits- und Sozialrecht orientieren".

Welchen Dienst die solcherart Rekrutierten dann leisten müssen, würde sich auch an der Neugestaltung des "Österreich-Dienstes" orientieren. Dabei soll es neben dem Wehr- und Zivildienst auch einen Katastrophenschutzdienst geben. Bundeskanzler Werner Faymann sagte in der Pressestunde, dass er wenig davon halte. Er ist für ein Berufsheer - und sieht den Katastrophenschutz bei den Freiwilligen Feuerwehren ohnehin gut aufgehoben. (cs, DER STANDARD, Printausgabe, 27.6.2011)