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Peter Falk in seiner Paraderolle als "Columbo".

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Hier bei einem Auftritt bei "Wetten, dass...?" im Jahr 2003.

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Er war längst nicht nur der "Just one more thing"-Inspektor aus der "Columbo"-Reihe, auch wenn Peter Falk sich mit dieser Rolle über Jahrzehnte tief ins kollektive Gedächtnis einer weltweiten TV-Community grub. In der wunderbar schrägen Krimisatire "Eine Leiche zum Dessert" (original "Murder by Death"), eine der ungewöhnlichsten seiner zig Spielfilmrollen, zeigte der Schauspieler seine komödiantischen Fähigkeiten: An der Seite von Peter Sellers, David Niven und Alec Guiness lieferte er eine denkwürdig alberne Parodie von Humphrey Bogarts Detektivrolle des Sam Spade in The Maltese Falcon.

Auch "Eine Leiche zum Dessert" kam ORF sei Dank ins anlässlich des Todes von Peter Falk geänderte Sonntagnachtprogramm. Davor, natürlich, gleich vier Folgen "Columbo". Es ist kein Wunder, dass diese Rolle zum Dauerbrenner wurde: vom Charakter, bestehend aus vielen Running Gags, vom Fehlen des Vornamens (diesbezügliche Fragen beantwortete er mit "Lieutenant"), über den Basset, den er lediglich "Dog" nannte, bis zum desolaten Peugeot, zu der Zigarre und dem Trenchcoat. Falk kreierte mit Columbo einen universalen Typus, den man auf Anhieb versteht, der nie aus der Mode kommt und die Zeiten überdauert.

Der Charakter bezieht viel Sympathie aus dem Understatement, das er verkörpert: Ausgestattet mit Qualitäten des Kleinbürgers, Bescheidenheit, Herzlichkeit, Ausdauer, bringt er jeden mordenden Reichen, der sich in Sicherheit wähnt, langsam, aber sicher zu Fall. Wer der Böse ist, weiß man. Der gewissenhafte Handwerker Columbo weiß aber auch, wie er gegen ihn ankommen kann: nämlich so lange mit penibel recherchierten Fragen nerven, bis der abgehobene Gegner w. o. gibt. (Alois Pumhösel/DER STANDARD; Printausgabe, 27.6.2011)