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Segolene Royal will Präsidentin werden

Foto: Reuters/Chofflet

Paris - Die französische Sozialistin Segolene Royal, Präsidentin der westfranzösischen Region Poutou-Charente, hat am Sonntag angekündigt, dass sie 2012 erneut für das Amt des Staatsoberhauptes kandidieren wird. "Ich will die Präsidentin der Lösungen sein", sagte die 57-Jährige am Sonntag in Arcais in ihrer Heimatregion. 2007 war Royal bereits bei der Präsidentenwahl angetreten, im zweiten Durchgang allerdings mit 47 Prozent der Stimmen dem konservativen Kandidaten Nicolas Sarkozy (UMP) unterlegen.

"Unser Sozialstaat ist zerstört worden, die Rechte hat die Lehren der Nachkriegszeit vergessen", sagte die Sozialistin, die nun bei den PS-Vorwahlen gegen ihren ehemaligen Lebensgefährten und aktuellen Favoriten Francois Hollande antreten wird. Kommenden Dienstag wird voraussichtlich auch Sozialistenchefin Martine Aubry, Tochter des ehemaligen EU-Kommissionspräsidenten Jacques Delors, ihre Kandidatur ankündigen.

Gerecht und effizient

Segolene Royal sprach sich am Sonntag für eine "gerechte soziale Ordnung" aus und betonte, eine "gerechte Präsidentin" sein zu wollen. Sie kritisierte die "geschäftssüchtige Rechte" und rief alle Republikaner dazu auf, sich im Lager der "geeinten Linken und geeinten Umweltschützer" zu versammeln. "Weil wir gerecht sind, werden wir effizient sein", betonte die ehemalige Umwelt-, Erziehungs- und Familienministerin.

Die sozialistische Vorwahl für die Ernennung des PS-Präsidentschaftskandidaten findet im kommenden Oktober statt. An der Vorwahl können sich alle Franzosen beteiligen, wenn sie mindestens einen Euro Beitrag an die PS zahlen. Die Kandidaturen können ab dem kommenden Dienstag bis zum 13. Juli offiziell hinterlegt werden. Zu den bereits bekannten Kandidaten zählen neben Hollande und Royal auch der Abgeordnete Arnaud Montebourg und Manuel Valls. Ex-Europaminister Pierre Moscovici erklärte, er sei noch am Überlegen. Der sozialistische Favorit im Rennen um den Elysee-Palast, der zurückgetretene Präsident des Internationalen Währungsfonds (IWF) Dominique Strauss-Kahn, schied wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung in den USA aus dem Rennen aus. (APA)