Wien (APA) - Internationale Pressestimmen zum Formel-1-Grand-Prix von Europa in Valencia:

DEUTSCHLAND:

"Bild": "Vettel siegt Ecclestone in die Flucht. Hier haut der Formel-1-Boss ab, weil's zu langweilig war. Das Schönste beim Rennen in Valencia waren zweifellos das Meer, der blaue Himmel, die schaukelnden Yachten und die Bikini-Mädchen. Ach ja - und Formel-1-Dominator Sebastian Vettel (23) natürlich. Der deutsche Champion bügelt nicht nur die Konkurrenz weg, er siegt sogar Bernie Ecclestone (80) in die Flucht. Der Formel-1-Chef verließ 20 Runden vor Schluss in seinem silbernen Mercedes S63 (571 PS) die Strecke. Wer gewinnen wird, war ihm da schon längst klar ... Sechster Sieg für Vettel im achten Rennen (dazu zwei zweite Plätze). 77 Punkte Vorsprung in der WM vor Jenson Button (McLaren) und Red-Bull-Teamkollege Mark Webber. Vettel könnte jetzt drei Rennen Pause machen - und wäre im engsten Fall immer noch mit zwei Zählern vorn ..."

"Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Ein einziger Genuss - Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel schafft in Valencia seinen sechsten Saisonsieg. Es war ein weiterer Tanz mit seinen Gegnern, noch ein Beweis seiner Stärke. Als Sebastian Vettel am Sonntagnachmittag nach rund 100 Minuten aus seinem Red Bull kletterte und Raketen in den Himmel über Valencia stiegen, da lief der Schweiß an seiner Haut herunter. Doch der Weltmeister lächelte zufrieden, abermals hätte ein Wochenende für ihn nicht besser laufen können. Am Samstag sicherte er sich die Pole Position, am Sonntag die schnellste Rennrunde und den größten Pokal beim Großen Preis von Europa. Zehn Sekunden betrug sein Vorsprung nach 57 Runden und rund 308 Kilometern durch den Hafen von Valencia auf Fernando Alonso (Ferrari). Seine Dominanz aber ist weitaus größer. 'Ich liebe das einfach, wenn man jede Runde gegen sich selbst fährt', sagte er. Vernichtender kann niemand die derzeitige Situation in der Formel 1 beschreiben."

"Frankfurter Rundschau": "Erfolglose Bullenjagd in Valencia. Irgendwie sieht das inzwischen doch sehr nach Routine aus. Der gereckte Zeigefinger, der für die 'Eins' und damit für Sebastian Vettel steht. Und der freundlich gemeinte Zangengriff von Red-Bull-Teamchef Christian Horner an das Genick von Adrian Newey, dessen Genialität als Konstrukteur die technologische Dominanz des Weltmeister-Teams garantiert."

"Stuttgarter Nachrichten": "Die Vettel-Show geht ungebremst weiter. Der Formel-1-Weltmeister rast zu seinem sechsten Saisonsieg im achten Rennen - und gibt nur in der Pressekonferenz Rätsel auf. Wer soll diesen Mann noch stoppen? Formel-1-Käpten Sebastian Vettel steuert nach seinem Sieg bei der Hafenrundfahrt von Valencia ungefährdet seinem zweiten WM-Titel entgegen."

"Stuttgarter Zeitung": "Vettels einsame Mittelmeer-Rundfahrt. Der Deutsche gewinnt sein sechstes Saisonrennen - und keiner kann ihm folgen. Gut, dass der Rennwagen von Sebastian Vettel per GPS geortet werden kann. Für die Konkurrenz beim Großen Preis von Europa fährt der Heppenheimer in einer eigenen Galaxie."

GROSSBRITANNIEN:

"The Sun": "Es ist alles Deins, Vettel. Lewis Hamilton warf letzte Nacht das Handtuch. Der Champion von 2008 gab zu, dass er keine Chance habe, Sebastian Vettel zu stoppen - obwohl die Saison noch zur Hälfte vor ihm liegt."

"The Times": "Hamilton wirft das Handtuch. Vettel greift nach dem Horizont. Er hätte ein Student sein können, so wie er sich seinen unordentlichen Haarschopf aus der Stirn strich und sich auf das Ende des Semesters und die dann lockende Preisverleihung freute. Wenn man nach seinen Noten geht, wird Sebastian Vettel nur Einser für eine Formel-1-Saison bekommen, deren Wogen von Zahlen und Statistiken so langsam schwindelerregend werden."

"Daily Mail": "Es ist alles Aus - Hamilton gesteht Vettel den Welttitel zu."

ITALIEN:

"Corriere della Sera": "Ein zweiter Platz, der gefällt. Ferrari macht in Valencia Fortschritte, Alonso hinter Vettel."

"La Stampa": "Vettel unschlagbar, aber Alonso ist da: Für Ferrari ist das ein Schritt vorwärts."

"La Repubblica": "Vettel streckt die Rivalen nieder, das war also die Weltmeisterschaft. Aber Ferrari hatte diesmal nicht die falsche Taktik."

SPANIEN:

"El Pais": "Fernando Alonso manövriert immerhin einen Red Bull aus. Er wird Zweiter hinter einem uneinholbaren Vettel."

"El Mundo": "Sebastian Vettel wird immer reifer, er fühlt sich als Fahrer immer sicherer und er steuert den besten Rennwagen, der in den letzten zehn Jahren gebaut wurde."

"Marca": "Immerhin ein halber Erfolg für Ferrari: Fernando Alonso fährt sein bestes Rennen der Saison und bezwingt einen der beiden Red-Bull-Fahrer."

"As": "Fernando Alonso erreicht mehr als eigentlich möglich war. Der Ferrari-Fahrer verhindert mit seinem zweiten Platz einen fast schon sicheren Doppelsieg von Red Bull."

FRANKREICH:

"Le Figaro": "Vettel auf der Pole-Position, Vettel auf dem Siegerpodest: Wenn sich nicht innerhalb der nächsten Rennen etwas ändert, wird der Deutsche bald jüngster Doppelweltmeister der Geschichte sein - ein Rekord, der bisher von Fernando Alonso gehalten wird."

"L'Equipe": "Vettel allein auf der Welt."

"Le Parisien": "Der Deutsche vom Team Red Bull hat das Rennen in den Straßen von Valencia zu sehr dominiert. Das war zu einfach."