Die ungarische Magyar Telekom, Tochter der Deutschen Telekom, zieht mit einer Vergleichszahlung an die USA einen Schlussstrich unter eine seit Jahren schwelende Schmiergeld-Affäre auf dem Balkan. Magyar Telekom habe sich mit der US-Börsenaufsicht SEC grundsätzlich auf eine Zahlung von 44 Mio. Euro geeinigt, teilte das Budapester Unternehmen am Montag mit. Damit sei aber kein Schuldeingeständnis verbunden, betonte die Firma.

Schmiergeld

Die US-Ermittler hatten Magyar vorgeworfen, sich 2005 durch Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe in Montenegro und Mazedonien Vorteile verschafft zu haben. In diesen beiden Ländern haben die Ungarn eigene Töchter. Die Affäre holte im Herbst 2010 auch Telekom-Chef Rene Obermann ein. Die Bonner Staatsanwaltschaft nahm den Manager wegen angeblicher Bestechung auf dem Balkan ins Visier, stellte die Ermittlungen aber vier Monate später wieder ein, da sich der Anfangsverdacht nicht bestätigte.

Ganz beendet ist die Affäre für Magyar Telekom allerdings noch nicht, da neben der SEC auch das US-Justizministerium ermittelt. Hier dauerten die Vergleichsverhandlungen noch an, teilte Magyar mit.(APA)