Waterloo - Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Republikaner hat die erzkonservative Kongressabgeordnete Michele Bachmann bei ihrem Wahlkampfauftakt ein Zurechtstutzen des Staates verlangt. "Die Regierung denkt, dass sie unser Geld besser ausgeben kann, aber das ist nicht der Fall", sagte Bachmann am Montag in ihrer Heimatstadt Waterloo in Iowa. In dem Bundesstaat findet Anfang 2012 die erste Vorwahl der Republikaner statt.

In den kommenden Tagen besucht Bachmann mit New Hampshire und North Carolina zwei weitere Staaten, in denen republikanische Wähler eine frühe Entscheidung über ihren Wunschkandidaten bei der Präsidentschaftswahl im November 2012 treffen.

"Ich bin mit 16 Jahren zur Christin geworden"

Bachmann hatte ihre Bewerbung bereits Mitte Juni bei einer Fernsehdebatte verkündet, nun startete sie offiziell ihre Kampagne für die republikanische Präsidentschaftskandidatur. Die telegene Politikerin hatte ihren republikanischen Mitbewerbern bei der TV-Debatte die Schau gestohlen und seither in Umfragen zugelegt. Einer aktuellen Erhebung der Zeitung "Des Moines Register" zufolge liegt Bachmann in Iowa mit 22 Prozent nur knapp hinter dem favorisierten Mitt Romney.

In Interviews mit US-Fernsehsendern hatte sie am Wochenende für den Fall ihrer Wahl eine vollständige Abschaffung der Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama versprochen. Außerdem strich sie ihre christlichen Überzeugungen heraus: "Ich bin mit 16 Jahren zur Christin geworden. Ich habe mein Herz an Jesus Christus gegeben", sagte sie dem TV-Sender CBS.

Die aus Iowa stammende Bachmann vertritt einen Wahlkreis aus dem Bundesstaat Minnesota und ist im Repräsentantenhaus die Anführerin der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung. Ihre große Rivalin innerhalb des Tea-Party-Flügels der Republikaner ist Sarah Palin, die 2008 an der Seite von John McCain als Vizekandidatin angetreten war. Mit einer symbolträchtigen Bustour an historische Stätten der USA schürte Palin zuletzt Spekulationen über eine Kandidatur, gab aber noch keine Entscheidung öffentlich bekannt.

Weitere Bewerber der Republikaner für 2012 sind unter anderen der frühere Chef des Repräsentantenhauses Newt Gingrich und der aus Pennsylvania stammende Ex-Senator Rick Santorum. Zuletzt stieg auch der frühere Gouverneur von Utah und Ex-Botschafter in China, Jon Huntsman, in das Rennen ein. Bei den Demokraten ist Obama unangefochten; Anfang April erklärte er, eine Wiederwahl anzustreben. (APA)