Graz - Im Vorfeld der Flugshow "Airpower11" plant man offenbar trotz aller Beteuerungen die Tötung von im Bereich der Start- und Landepiste verbliebenen Störchen als eine Art "Ultima Ratio", wenn die Vertreibungsmaßnahmen nichts nützen. Die Befürchtung war zunächst nur von der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" geäußert worden. Am Montag hieß es aber aus gut informierten Kreisen, dass beim zuständigen Amt der steirischen Landesregierung ein entsprechender Wunsch deponiert werden würde. Bei der für den Naturschutz zuständigen Fachabteilung 13C wusste man bisher nur über den geplanten Einsatz von "Lärmkanonen" zur Storch-Vertreibung Bescheid, worüber am Dienstag entschieden werden solle.

"Die bisherigen Maßnahmen dürften zu gelinde gewesen sein", so der Leiter der Allgemeinen Rechtsangelegenheiten der Fachabteilung 13C (Naturschutz) des Landes Steiermark. Auszustellen sei auf Antrag ein neuer Bescheid hinsichtlich des Einsatzes von Lärmkanonen, um die bis zum Montagnachmittag etwa 17 verbliebenen Tiere zu vertreiben. "Das sollten wir bis morgen, Dienstag klären können", so Frank. Der Grundtenor sei jedenfalls, dass es zu einer absichtlichen Tötung nicht kommen dürfe. Ein entsprechender Antrag liege ihm auch nicht vor. Er müsse bezüglich der Lärmkanonen noch mit Sachverständigen Rücksprache halten, so Frank.

Ausnahme möglich

Im Sinne der Flugsicherheit - die ersten internationalen Teilnehmer an der zweitägigen Flugshow sind bereits auf dem Wege - könnte es allerdings eine Ausnahme zur Tötung der Vögel geben, wenn die Sicherheit von Piloten auf dem Spiel steht. Dazu wäre ein eigener Bescheid notwendig. Dieser Antrag soll Insidern zufolge aber bereits und entgegen allen Versicherungen vorbereitet werden, wenn die letzten angekündigten Maßnahmen - Aufstocken des uniformierten "Vergrämungs"-Personals, Lärmerzeugung mit Krachern - bis Mitte der Woche nichts fruchten.

Der Weißstorch (Ciconia ciconia) gehört zu den geschützten Tiere in der Steiermark. Mit den meisten im Bereich von Fliegerhorsten auftretenden Tieren hat man international Erfahrung, mit Weißstörchen noch nicht - etwa, ob sie durch den Lärm von Flugzeugen abgeschreckt werden. Die Störche könnten jedenfalls bei einer Kollision mit einem Jet in die Triebwerke gesaugt werden oder die Cockpitscheiben durchschlagen, was zum Absturz des Fluggeräts führen könnte. (APA)