Salzburg - Ein tödlicher Badeunfall hat sich am Dienstag in Salzburg ereignet. Ein dreijähriges Mädchen hielt sich bei den Sprudel-Liegen im Außenbecken des Freibads in Kaprun (Pinzgau) auf, dürfte in einem unbeachteten Moment abgerutscht und in das tiefe Wasser getrieben worden sein. Eine Familie sah das leblose Kind im Wasser treiben und zog es sofort zum Beckenrand, wie die Sicherheitsdirektion Salzburg in einer Aussendung berichtet.

Eine anwesende Ärztin begann sofort mit den Wiederbelebungsversuchen. Das Mädchen wurde noch mit dem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus nach Schwarzach geflogen, wo es jedoch kurz nach der Einlieferung verstarb.

Unfall im Aktivbecken

"Es war der erste Unfall seit der Eröffnung (im November 2010, Anm.)", sagte der Generalmanager der Anlage, Karl Berghammer. Der Betrieb wollte der Urlauberfamilie aus Kuwait heute noch Hilfe anbieten, diese sei aber inzwischen abgereist.

Der Unfall hatte sich um etwa 18.20 Uhr beim sogenannten Aktivbecken - eines der drei Becken im Außenbereich - ereignet. Das Mädchen dürfte der Mutter kurz weggelaufen sein und begab sich zu den Sprudel-Liegen dieses Pools. Dort ist es offenbar von einer dieser Liegen, die sich in sehr seichtem Wasser befinden, weggerutscht und ins tiefere Wasser geraten, das eine Tiefe von 1,35 Meter hat, so Berghammer.

Mädchen nicht sofort entdeckt

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich geschätzte 40 bis 50 Gäste im Außenbereich der Therme. Das Wasser im Aktivbecken ist zwar abgesehen von den Sprudel-Liegen ruhig und klar, dennoch dürfte die Dreijährige nicht sofort bemerkt worden sein. Ein Bub entdeckte schließlich das Mädchen, als es bereits leblos im Becken trieb. Der Bub verständigte sofort seine Mutter und gemeinsam zogen sie das Kind aus dem Wasser und riefen um Hilfe.

Eine zufällig anwesende Ärztin begann sofort mit Wiederbelebungsversuchen, bei denen kurz darauf auch Sprengelarzt Karl Watschinger und das Team des Rettungshubschraubers Alpin Heli 6 halfen. "Die Rettungskette dürfte an sich sehr gut funktioniert haben", sagte Watschinger am Mittwoch. Dem Kind konnte aber trotzdem nicht mehr geholfen werden. Kurz nach der Einlieferung im Krankenhaus Schwarzach mussten die Ärzte den Tod der Dreijährigen feststellen.

Die Urlauberfamilie - die beiden Eltern sowie ein Bruder der Verunglückten - wurden von einem Kriseninterventionsteam betreut. Inzwischen ist sie aber aus der Region in Richtung Heimat abgereist. "Ihrer Religion zufolge sollen Tote innerhalb von 24 Stunden bestattet werden, deshalb wollten sie so rasch wie möglich weg", sagte Berghammer. (APA)