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Jubelnde Rebellen in der Nähe von Zintan: die Munitionsversorgung für die nächsten Tage ist gesichert

Foto: Reuters/Anis Mili

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Die erbeuteten Waffen werden weggekarrt.

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Tripolis/Bengasi/Paris/Wien - Aufständische im Westen Libyens haben ein großes Waffendepot der Streitkräfte von Machthaber Muammar al-Gaddafi erobert. Der Vorstoß nahe der Stadt Al-Zintan, 150 Kilometer südwestlich von Tripolis, bedeute einen "enormen Schub für die Moral der Rebellen-Kämpfer", berichtete ein Reporter des Nachrichtensenders Al-Jazeera in der Nacht auf Mittwoch aus dem Konfliktgebiet. Er habe Aufständische gesehen, die tonnenweise Ausrüstung und Munition weggeschleppt hätten, auch zwei russische T-55-Panzer seien unter der Beute, sagte er.

Zuletzt hatten die Milizen der Gaddafi-Gegner im westlichen Nafusa-Gebirge Bodengewinne verzeichnen können. Sie behaupteten nicht nur ihre Positionen auf dem Bergkamm, der von der tunesischen Grenze über Al-Zintan bis ins Hinterland der Hauptstadt Tripolis reicht. Vielmehr stießen sie bei Bir al-Ghanam, 90 Kilometer südwestlich von Tripolis, bereits ins Hinterland vor.

Der französische Generalstab bestätigte am Mittwoch einen Bericht der Pariser Zeitung Le Monde, dem zufolge Frankreich den libyschen Rebellen mit Fallschirmen Waffen liefert. "Es war die einzige Möglichkeit, die Dinge voranzubringen", zitierte die Pariser Zeitung Le Figaro am Mittwoch eine ungenannte Quelle. Präsident Nicolas Sarkozy habe diese Aktion nach einem Treffen mit Rebellenvertretern Mitte April in Paris beschlossen, berichtete AFP unter Berufung auf Militärs.

Dem Zeitungsbericht zufolge wurden Raketenwerfer, Maschinengewehre und Panzerabwehrwaffen mit Spezialfallschirmen abgeworfen. Die französischen Militärs erhofften sich davon eine Stärkung des Aufstands im Süden des Landes. Diese sei bisher aber noch nicht erkennbar.

Der Chef des Nationalen Übergangsrats der libyschen Rebellen in Bengasi, Mahmud Jibril am Donnerstag in Wien mit Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger zusammentreffen. Die beiden Politiker geben eine gemeinsame Pressekonferenz. Österreich anerkennt seit Mitte Juni den Übergangsrat als legitimen Vertreter des libyschen Volkes. Eine geplante Reise Spindeleggers in die libysche Rebellenhauptstadt Bengasi wurde aus Sicherheitsgründen verschoben.

Auch Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hält sich heute in Wien auf. Er nimmt an der jährlichen Sicherheitskonferenz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) teil und trifft ebenfalls mit Spindelegger zusammen. Über eine Begegnung Rasmussens mit Jibril verlautete zunächst nichts. (dpa, APA, red, STANDARD-Printausgabe, 30.6.2011)