Wien/Prag - Die tschechisch-slowakische Investmentgruppe Penta wird ein "Angebot" für die insolvente Firma A-Tec vorlegen, bestätigte Penta-Sprecher Martin Danko den Bericht des "WirtschaftsBlatts". Von einem "Angebot zur Übernahme" der A-Tec wollte er aber nicht sprechen, es werde nur ein "Angebot" geben. Man werde es so vorlegen, dass der festgelegte Termin 30. Juni eingehalten werde. Das "Angebot" wird laut dem Sprecher eine von Penta kontrollierte niederländische Gesellschaft legen. "Weitere Einzelheiten wollen wir dazu nicht sagen", so Danko.

Laut dem "WirtschaftsBlatt" hatte Danko ein Offert für die gesamte A-Tec angekündigt und hinzugefügt: "Die Gruppe wäre ein Investment, das perfekt zu uns passt." Bisher hatten die Penta-Leute lediglich Kontakte zu A-Tec bestätigt. Penta wurde 1994 gegründet. Sie investiert vor allem in den Einzelhandel, Gesundheitswesen, Maschinenbau, Energieindustrie, Telekommunikationen und Privat-Bankwesen.

Etwa 50 Gesellschaften mit rund 25.000 Mitarbeitern gehören der Gruppe an. Die meisten Investitionsvorhaben hat Penta bisher in Tschechien, Polen und der Slowakei realisiert. In Tschechien besitzt Penta beispielsweise die Lotto-Gesellschaft Fortuna oder den Flugzeug-Hersteller Aero im mittelböhmischen Vodochody. 2009 wies Penta konsolidierte Einnahmen in Höhe von 2,2 Mrd. Euro und einen konsolidierten Gewinn in Höhe von 156,2 Mio. Euro aus.

Absichtserklärungen

A-Tec-Chef Mirko Kovats soll laut "WirtschaftsBlatt" auch Absichtserklärungen von vier weiteren Interessenten in der Hand haben. Bis Fristende würden noch ein bis zwei weitere verbindliche Offerte erwartet. A-Tec-Sprecher Gerald Wechselauer geht von "verbindlichen Angeboten" aus, die "im Lauf des 30. Juni eintrudeln werden". Es gehöre zum Spiel bei derartigen Verfahren, dass möglichst lange gewartet werde. Laut Wirtschaftsmagazin "Format" sollen auch der britisch-französische Fonds Astorg sowie die indische Industriegruppe Essar ein Auge auf A-Tec geworfen haben. Experten rechnen aber mit keinem Zuschlag am morgigen Donnerstag, da einige Tage benötigt würden, um die Angebote zu durchleuchten.

Das Sanierungsverfahren ist seit wenigen Wochen beendet, A-Tec hat seit diesem Zeitpunkt keinen Verwalter mehr, sehr wohl aber einen Vermögenstreuhänder. Wird bis Ende Juni kein Käufer gefunden, der genug zahlt, dass die 47-prozentige Quote erfüllt werden kann (gut 200 Mio. Euro), darf Treuhänder Matthias Schmidt die Unternehmensteile getrennt verwerten. (APA)