Wie geht's eigentlich Chili? Dienstag nicht so scharf: 81.000 Zuschauer waren dabei, mit fünf Prozent Marktanteil läuft das Magazin langsam, aber sicher unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Gut, gestern reizte der Schanigarten mehr als operierte Gesichter beim Feiern zu beobachten. So parterre war das Society-Format aber schon lange nicht zu sehen, schließlich konkurriert Chili schon das ganze Frühjahr mit lauen Abenden.

Die Abwendung zum Schanigarten ist verständlich. Fast streichelweich wandelte Dominic Heinzl durchs Zombieland der Promis. Vom Fest der Schönheitschirurgin brachte er einige gruselige Nahaufnahmen mit. Bissige Kommentare durften sich Zuschauer selbst dazudenken, von Heinzl kamen sie nicht. Von früherem Feuer blieb höchstens ein kleines Flämmchen übrig, das selbst angesichts so dankbarer Objekte wie Dolores Schmidinger kaum aufflackerte. Stattdessen warb er für die Kabarettistin, die laut Heinzl unter schlechter Auftragslage leide, was er "ziemlich unverständlich" findet. Dann, kurzes Aufflackern: "Dringender als ein neues Lifting bräuchte sie Bares."

Aus Quotenperspektive war der Dienstag ohnehin mau. Die jüngsten ORF-Innovationen Direkt und Contra kamen bei der angestrebten Zielgruppe von zwölf bis 29 nicht über zehn Prozent hinaus. Die Quote wäre im öffentlich-rechtlichen Fernsehen keine Kategorie, wenn die Inhalte stimmten. Das ist nicht der Fall, Contra und Direkt ergingen sich in läppischen Themen. Mit Wehmut fällt das um Häuser bessere Wie bitte? ein, eine der wenigen gelungenen Erfindungen der Ära Wrabetz mit Entwicklungspotenzial. Weder bei Contra noch bei Direkt ist das in Sicht. (Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 30.6.2011)