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Die Schwedinnen feiern zwei blitzsaubere Turnierauftritte.

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Heather O'Reilly gelang mit einem fulminanten Weitschuss eines der schönsten Tore im bisherigen Turnierverlauf.

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Sinsheim/Augsburg - Die USA und Schweden haben sich am Samstag vorzeitig für das Viertelfinale der Fußball-Frauen-WM in Deutschland qualifiziert. Die USA fertigten in Gruppe C Kolumbien in Sinsheim 3:0 (1:0) ab, die Schwedinnen bezwangen in Augsburg Nordkorea 1:0 (0:0). Am Mittwoch geht es im direkten Duell nur noch um den Gruppensieg, den US-Girls reicht dazu bereits ein Remis. Nordkorea und Kolumbien sind hingegen bereits aus dem WM-Rennen.

Die Schwedinnen setzten sich vor 23.768 Zuschauern in Augsburg gegen Nordkorea knapp mit 1:0 (0:0) durch und gewannen damit nach dem 1:0-Erfolg über Kolumbien auch ihr zweites Match. Der entscheidende Treffer des WM-Zweiten von 2003 fiel nach der schönsten Aktion im ganzen Spiel. Nach einer Flanke von Linda Forsberg und einer Volley-Weiterleitung von Therese Sjögran nahm sich Lisa Dahlkvist den Ball herunter und schoss aus kurzer Distanz ohne Mühe zum 1:0 ein (64.). Die punktelosen Nordkoreanerinnen, die zum Auftakt gegen die USA mit 0:2 verloren hatten, sind damit aus dem Rennen.

Im fast ausverkauften Stadion von Augsburg startete der Vize-Weltmeister von 2003 schwungvoll. Bereits in der zweiten Minute vergab Lotta Schelin vom Champions-League-Sieger Olympique Lyon die erste große Möglichkeit, als sie von halblinks in den Strafraum zog und knapp das kurze Eck verfehlte. Beide Teams spielten mutig nach vorne, Nordkoreas erst 16 Jahre alte Flügelflitzerin Kim Su Gyong verpasste nach acht Minuten mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze die Führung.

Trotz gelegentlicher Konter der Koreanerinnen dominierten aber die Schwedinnnen das Spiel und legten die Schwächen des Gegners in der Rückwärtsbewegung gnadenlos offen. Vor allem das flinke Sturmduo Schelin/Landström sorgte ständig für Gefahr. Bei der größten Tormöglichkeit vor der Halbzeitpause traf Schelin aber nur das Außennetz (30.).

Auch nach dem Seitenwechsel ging das muntere Chancenvergeben weiter: Dahlkvist scheiterte freistehend aus kurzer Distanz an Torhüterin Hong Myong Hui (50.). Fünf Minuten später konnten nach einem Corner gleich mehrere Schwedinnen nicht von einem Fehler Hongs profitieren. Die Schwedinnen wurden nun zunehmend nervöser. Seger kassierte wegen Kritik ihre zweite Gelbe Karte im Turnier (60.) und ist im letzten Gruppenspiel gesperrt. Dahlkvist erlöste schließlich die Skandinavierinnen, als sie nach einem Querpass von Therese Sjögran zum Sieg einschoss. Trainer Thomas Dennerby lobte nach dem Spiel die "brillante" Defensivleistung seiner Auswahl - an der Chancenverwertung aber müsse noch gearbeitet werden.

Schaulaufen der USA

Der zweifache Weltmeister und Weltranglisten-Erste USA war im Abendspiel gegen Kolumbien völlig ungefährdet und kam durch Tore von Heather O'Reilly (12.), Megan Rapinoe (50.) und Carli Lloyd (57.), in der mit 25.475 Zuschauern ausverkauften Rhein-Neckar-Arena von Sinsheim zu einem 2:0. Bei konsequenterer Chancenauswertung die Nummer 31 der Weltrangliste wäre ein deutlich höherer Erfolg möglich gewesen.

Mit druckvollem Spiel drängte das Team der schwedischen Trainerin Pia Sundhage die Kolumbianerinnen weit in die eigene Hälfte. Chancen gab es quasi im Minutentakt. Allerdings ging der zweimalige Weltmeister zunächst viel zu leichtfertig damit um - allen voran Torjägerin Abby Wambach (7./22./30.), die zuvor in 159 Länderspielen 118 Treffer erzielt hatte. Es entwickelte sich zunehmend ein Duell zwischen den US-Spielerinnen und Kolumbiens Torhüterin Sandra Sepulveda. Die 23-Jährige vereitelte allein in der ersten Halbzeit fünf Großchancen. Beim Führungstreffer der USA durch einen herrlichen Weitschuss von Mittelfeldspielerin O'Reilly aus halbrechter Position aber auch Sepulveda machtlos.

Die Offensivwelle der USA ebbte zum Ende der ersten Halbzeit etwas ab. Die immer bemühten Kolumbianerinnenkam zu einigen gefährlichen Vorstößen. Ein Abseitstor von Stürmerin Katarina Castro in der Nachspielzeit wurde nicht anerkannt.

Nach der Halbzeitpause ließen die USA der Überlegenheit dann auch Tore folgen. Ein goldenes Händchen bewies dabei Trainerin Sundhage, mit der Einwechslung von Rapinoe. Die Flügelflitzerin aus Philadelphia erhöhte kurz nach Wiederanpfiff durch eine schöne Einzelaktion auf 2:0.

Sieben Minuten später fasste sich Spielmacherin Lloyd ein Herz und ließ mit ihrem Weitschuss aus rund 20 Metern Sepulveda ganz schlecht aussehen. Kolumbien steckte nicht auf, doch eine Chance durch Orianica Velasquez (54.) klärte US-Torfrau Hope Solo. Latte (Rapinoe) und Stange (Wambach) verhinderten in der Folge einen noch höheren Erfolg des Ex-Weltmeisters. (sid/APA/red)

Ergebnisse Gruppe C:

Nordkorea - Schweden 0:1 (0:0) Augsburg, 23.768
Tor: Dahlkvist (64.)

Nordkorea: Hong Myong Hui - Song Jong Sun, Ri Un Hyang, Jong Pok Sim, Ho Un Byol - Kim Su Gyong (68. Kim Un Ju), Jo Yun Mi, Jon Myong Hwa, Ri Ye Gyong (83. Kim Chung Sim) - Ra Un Sim, Yun Hyon Hi (80. Choe Mi Gyong). - Trainer: Kim Kwang Min

Schweden: Lindahl - Svensson, Larsson, Rohlin, Thunebro - Dahlkvist, Seger - Forsberg, Sjögran (87. Fischer) - Schelin, Landström (77. Öqvist). - Trainer: Dennerby

Schiedsrichter: Estela Alvarez (Argentinien)

USA - Kolumbien 3:0 (1:0) Sinsheim, 25.475 (ausverkauft), Schiedsrichterin Damkova (CZE).
Tore: O'Reilly (12.), Rapinoe (50.), Lloyd (57.). Gelbe Karte: Wambach

USA: Solo - Krieger, Rampone, Buehler, LePeilbet (56. Cox) - Lloyd, Lindsey - O'Reilly (62. Heath), Cheney - Wambach, Rodriguez (46. Rapinoe). - Trainerin: Sundhage

Kolumbien: Sepulveda - Arias, Peduzine, Gaitan, Montano - Dominguez - Ospina, Rodallega - Salazar (55. Rincon) - Castro, Usme (53. Velasquez). - Trainer: Rozo

Schiedsrichterin: Dagmar Damkova (Tschechien)