Berlin - Gentests an Embryonen sollen in Deutschland künftig unter strengen Voraussetzungen zulässig sein, entschied der Deutsche Bundestag nach einer mehrstündigen Aussprache. Voraussetzung soll sein, dass Paare eine Veranlagung für eine schwerwiegende Erbkrankheit in sich tragen oder bei ihnen mit einer Tot- oder Fehlgeburt zu rechnen ist. Um Missbräuche zu vermeiden, wird für die Eltern eine verpflichtende Beratung vorgeschrieben. Außerdem muss eine Ethik-Kommission ein positives Votum abgeben. Darüber hinaus soll die Präimplantationsdiagnostik (PID) nur an wenigen lizenzierten Zentren vorgenommen werden können.

Mit der Entscheidung setzte das Parlament einen Schlussstrich unter die monatelange öffentliche Debatte zu dem ethisch brisanten Thema.

Bei der PID werden im Reagenzglas erzeugte Embryonen vor der Einpflanzung in den Mutterleib auf Gendefekte untersucht, um gegebenenfalls aussortiert zu werden. (APA/Reuters)