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Bessere Routenplanung, mehr Zustellung zu Fuß - das ist nur ein Teil der Maßnahmen.

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Wien - Jährlich stellt die Post in Österreich rund sechs Milliarden Sendungen zu, mehr als 200.000 Kilometer legen die Mitarbeiter dafür jeden Tag zurück. "Insgesamt 10.000 Menschen sind täglich unterwegs und umrunden hierbei fünfmal die Erde", sagte Georg Pölzl, Generaldirektor der Österreichischen Post, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. All diese Sendungen sollen künftig gänzlich klimaneutral zugestellt werden.

In Summe emittiert die Post im Zuge ihrer Geschäftstätigkeit rund 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Insgesamt 40.000 Tonnen entstehen durch den Betrieb der Gebäude und Verteilzentren, weitere 40.000 Tonnen im eigenen Fuhrpark und die übrigen 20.000 Tonnen durch Partnerunternehmen. Die Kompensation dieser Emissionen soll durch Einsparungen sowie durch nationale und internationale Klimaschutzprojekte erfolgen. Den Großkunden will die Post künftig auch ein eigenes "CO2 Neutral-Zertifikat" ausstellen.

Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) begrüßte das Projekt: "In modernen Industriestaaten ist es entscheidend, mit neuen Technologien und weniger Energie mehr zu bewegen". Lob für das Konzept der Post gab es auch von Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP): "Sie hat mit der Initiative 'CO2-neutral zugestellt' eine Pionierrolle übernommen". Zudem hält der Minister ein energieautarkes Österreich bis zum Jahr 2050 für machbar. "Es ist unsere Pflicht, auf Effizienz und erneuerbare Energie zu setzen", erklärte er.

Drei Schritte zu mehr Effizienz

Umgesetzt werden soll das Klima-Konzept in drei Schritten. Die erste Maßnahme steht unter dem Motto "Vermeiden und Effizienz steigern". Eine Optimierung der Gebäudeflächen soll helfen, CO2-Emissionen zu vermeiden. Die Effizienz soll mittels verbesserter Routenplanung, einem höheren Anteil der Zustellung zu Fuß und Schulungen der Fahrer hinsichtlich umweltschonender Fahrweise gesteigert werden. Der zweite Schritt soll über den Einsatz alternativer Energieformen erfolgen. Hier soll es CO2-Einsparungen beim rund 9.000 Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark geben. Derzeit sind bei der Post 265 Elektrofahrzeuge im Einsatz. Bis zum Jahr 2014 soll diese Zahl auf 1.000 gesteigert werden. Der weitere Fokus liegt auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen und dem Einsatz von mehr Fernwärme. Jene Emissionen, die durch diese Maßnahmen nicht vermieden werden können, sollen künftig mit CO2-Zertifikaten kompensiert werden.

"Wir fördern und fordern mehr Förderungen", rief Pölzl die Politik zu mehr Unterstützung für Klimaschutzinitiativen auf. Bures erwiderte, dass die Regierung in "budgetmäßig schwierigen Zeiten" diese bereits um 50 Prozent erhöht habe. So seien etwa im Verkehrsbereich mit dem Projekt klima:aktiv rund 42 Millionen Euro Fördermittel für 1.800 Partner zur Verfügung gestellt worden. Investitionen von rund 271 Millionen Euro und 3.000 neue green jobs seien das Resultat gewesen. Berlakovich ergänzte: "Wir sind gefordert zu sparen, um uns Förderungen leisten zu können". (APA)