Jerusalem - Israel hat nach Angaben der Organisation Peace Now im Westjordanland palästinensischen Grundbesitz enteignet, um eine illegale jüdische Siedlung zu legalisieren. Knapp 19 Hektar unbestellten Ackerlands des Dorfs Karjut seien Ende Juni zu Staatsbesitz erklärt worden, teilte die israelische Nichtregierungsorganisation am Freitag mit. Dies solle ermöglichen, den illegal errichteten Vorposten von Hayovel und eine Verbindungsstraße zur Siedlung Eli zu legalisieren.

Die Maßnahme basiert auf einem bis heute gültigen osmanischen Gesetz aus dem Jahr 1858, das die Enteignung von unbestellten Ackerflächen erlaubt. Peace Now kritisierte, dass sie dem Versprechen von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu widerspreche, keine weiteren Flächen für Siedlungen zu enteignen. Ein Sprecher des UN-Sonderkoordinators für den Nahen Osten, Robert Serry, sagte der Nachrichtenagentur AFP, sollte sich der Bericht bestätigen, wäre dies "negativ und wenig hilfreich". (APA)