Athen - Griechenland lehnt jede Form einer zeitweisen Zahlungsunfähigkeit seines Landes ab. Das erklärte der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos am Dienstagabend vor der Presse in Athen und reagierte damit auf die Aussage des niederländischen Finanzministers Jan Kees De Jager, die Euro-Länder könnten es möglicherweise auf eine Einstufung Athens als zahlungsunfähig ankommen lassen. "Wir wollen eine vollständige Deckung der von uns benötigten Kredite und der Stabilität des griechischen Finanzsystems, das Teil des europäischen Finanzsystems ist", sagte Venizelos. Diese Deckung müsse entweder von der Europäischen Zentralbank (EZB) oder von der Eurozone und den Mitgliedsstaaten oder von anderen Einrichtungen wie dem Rettungsfonds kommen.

De Jager hatte gesagt, die Euro-Länder schlössen es nicht mehr aus, es für eine Beteiligung privater Gläubiger an weiteren Griechenland-Hilfen auch in Kauf zu nehmen, dass das Land zeitweise als zahlungsunfähig eingestuft werde. Die Finanzminister der Euro-Länder hatten am Montag über ein zweites Hilfsprogramm für das hoch verschuldete Griechenland beraten.

Daran sollen besonders auf Drängen Deutschlands und der Niederlande auch private Gläubiger wie Banken und Versicherungen auf freiwilliger Basis beteiligt werden. Ein solcher Beitrag ist jedoch technisch kompliziert und finanzpolitisch heikel. Ratingagenturen könnten einen solchen Schritt als Zahlungsausfall Griechenlands einstufen. Besonders die EZB will dieses Szenario unbedingt vermeiden, da sie Turbulenzen an den Finanzmärkten fürchtet. (APA)