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Hinsichtlich des Ausstoßens von Luftschadstoffen ist der Verkehrsbereich besonders heikel. Biosprit solle forciert werden.

Foto: REUTERS/Franz Neumayr

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Grafik: Kyotoziel weit weg (zum Vergrößern anklicken)

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Wien/Kiew - Kaum Grund zum Aufatmen bieten die Resultate des neuesten Berichtes des Umweltbundesamtes (UBA) über die "Luftschadstoff-Trends in Österreich" von 1980 bis 2001: Die Emissionen an Treibhausgasen sind weiter im Steigen statt im Fallen. Die Reduktion der Ozon-Vorläufersubstanzen hinkt zum Teil deutlich hinter den Vorgaben des Ozon-Gesetzes her. Nur vom Bereich der Emissionen jener Schadstoffe, die u.a. zu Saurem Regen führen - allen voran Schwefeldioxid (SO2) - gibt es klare Erfolge zu vermelden (was allerdings längste keine Neuigkeit mehr ist).

"Trotz Fortschritten in Einzelbereichen - etwa bei Methan - unterstreicht der Report den absoluten Handlungsbedarf, den wir vor allem bei CO2 haben. Die 'Klimastrategie' ist von allen Beteiligten mit höchster Priorität umzusetzen", kommentierte Umweltminister Josef Pröll den Bericht. Er zeigte sich erfreut, dass die dafür nötigen Budgetmittel seitens der Umweltministeriums für 2004 (30 Millionen Euro) gesichert seien. Es müsse aber gewährleistet sein, dass die weiteren geplanten Beträge - 60 Millionen Euro für 2005 und 90 Millionen Euro für 2006 - ebenso verfügbar sind. Im besonders heiklen Verkehrsbereich will der Ressortchef Biosprit massiv forcieren. "Für diesen Sektor müssen bei der ersten Etappe der ökologischen Steuerreform Wettbewerbsvorteile sichergestellt werden", so Pröll.

Dem Kyoto-Ziel nicht näher

Details zum Thema Klima/Kyoto-Protokoll: 2001 wurden in Österreich laut UBA um 3,9 Millionen Tonnen mehr Treibhausgase emittiert als im Jahr davor, was einer Steigerung um 4,8 Prozent entspricht. Im Vergleich zum Kyoto-Basisjahr 1990 emittierte Österreich 2001 um 7,8 Millionen Tonnen bzw. zehn Prozent mehr Treibhausgase. Fazit im Report: Österreich konnte somit dem Kyoto-Ziel einer 13-prozentigen Reduktion von treibhauswirksamen Gasen bis 2010 nicht näher kommen.

"Klimagase" im Detail

Der CO2-Ausstoß, welcher im Jahr 2001 für 80,5 Prozent (69,1 Millionen Tonnen) der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich war, hat sich gegenüber 2000 um 6,5 Prozent erhöht. Im Gegensatz zum CO2-Stabilisierungsziel bis 2000 auf den Wert von 1990 war dem Bericht zufolge eine erhebliche Steigerung - plus 15 Prozent 1990-2001- zu verzeichnen. Die Methan-Emissionen (CH4) sind dagegen von 1990 bis 2001 um 15,0 Prozent gesunken. Sie betrugen 2001 rund 9,1 Millionen Tonnen CO2 Äquivalente (10,6 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen).

Der Ausstoß an Distickstoffoxid/Lachgas (N2O) ist von 1990 bis 2001 um 2,5 Prozent gestiegen und betrugen 2001 etwa 6,0 Millionen Tonnen CO2 Äquivalente. Die Emissionen der so genannten F-Gase - wasserhaltige Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (P-FKW) und Schwefelhexafluorid (SF6) - hatten im Jahr 2001 annähernd den gleichen Stand wie im Basisjahr (1995) und betrugen 1,7 Millionen Tonnen CO2 Äquivalente.

Ozonvorläufersubstanzen

Bei den Ozonvorläufersubstanzen - flüchtige organische Verbindungen (NMVOC), Stickoxide (NOx) und Kohlenmonoxid (CO) - wurden zwar dem Bericht zufolge Emissionsverringerungen erreicht, allerdings in geringerem Ausmaß als vorgesehen. Denn mit einer NOx-Reduktion von 14 Prozent von 1985 bis 2001 wurde das im Ozongesetz festgelegte Ziel einer 60-prozentigen Reduktion bis 31. Dezember 2001 deutlich verfehlt. Und die Erfolge sind relativ "alt": Denn von 1990 bis 2001 konnten die NOx-Emissionen nur um zwei Prozent vermindert werden.

Verminderungen wurden vor allem in den Sektoren Industrie und Energieversorgung erzielt, während die Kleinverbraucher ständig steigende Werte aufweisen. Der Verkehrssektor blieb in der gesamten Zeitreihe auf konstant hohem Niveau. Das in der EG-Richtlinie 2001/81/EG über nationale Emissionshöchstmengen für bestimmte Luftschadstoffe angegebene Ziel von 103.000 Tonnen NOx für das Jahr 2010 wurde 2001 mit Emissionen von 199.000 Tonnen bei weitem überschritten, so der Report.

Reduktionsziel 60 Prozent

Von 1988 (dem Basisjahr des Ozongesetzes für NMVOC) bis 2001 wurden die NMVOC-Emissionen um insgesamt 38 Prozent verringert. Das im Ozongesetz festgelegte Reduktionsziel: 60 Prozent. In den vergangenen Jahren wurden den Experten zufolge nur mehr vergleichsweise geringe Verminderungen erreicht, vom Jahr 2000 auf 2001 kam es sogar zu einer geringfügigen Steigerung. Bei den CO-Emissionen war schließlich seit 1990 eine Reduktion um 31 Prozent zu verzeichnen.

Für "Versauerung" und "Eutrophierung" sorgen vor allem die Luftschadstoffe Ammoniak (NH3), Stickoxide (NOx) und Schwefeldioxid (SO2) - wenigstens hier ist eine Erfolgsstory zu vermelden: Die Gesamtemissionen zur Versauerung sind von 1990 bis 2001 um 13 Prozent zurückgegangen. Mit minus 36 Prozent wurden im Energieversorgungsbereich die größten Reduktionen erzielt. Kleinverbrauch (minus 30 Prozent), Industrie (minus 27 Prozent) und Sonstige (minus 21 Prozent) trugen ebenfalls entscheidend zum Rückgang bei. Bei den Hauptemittenten Verkehr und Landwirtschaft hingegen blieben die Emissionen der versauernden Schadstoffe seit 1990 laut UBA relativ konstant. (APA)