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Das Bild zeigt ein Auge, das zur Korrektur der Sehschärfe mit einem Laserstrahl behandelt wird. Dazu wurde vorher die Hornhaut abgetrennt und umgeklappt.

Foto: APA/dpa/Michael Hanschke

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Korrekturverfahren mit Laserstrahlen bei Kurzsichtigkeit (zum Vergrößern anklicken)

Grafik: APA
Wien - Rund 3.000 Österreicher dürften sich derzeit pro Jahr Augenoperationen unterziehen, welche eine Fehlsichtigkeit korrigieren sollen. Doch Vertreter der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft warnen: Die Eingriffe sind "endgültig", ein "Leben ohne Brille" bei weitem nicht immer möglich.

"Ich bin auch kurzsichtig und benötige eine Brille. Ich lasse mich nicht operieren. Das ist mein 'Test' für die Patienten. Erst wenn er den 'Test' bestanden hat, reden wir darüber weiter", sagte Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Göttinger, Vorstand der Universitäts-Augenklinik in Innsbruck, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Operationen beliebt

Göttinger betonte kritisch: "Das ist eine unnotwendige Operation. Eine Operation an einem gesunden Organ." Weltweit sind diese chirurgischen Eingriffe zur Veränderung der Brechkraft des Auges - vor allem bei Kurzsichtigkeit - allerdings immer beliebter geworden. In Europa sind es pro Jahr schon an die eine Million derartiger "Augenschnitte", in Deutschland rund 30.000. Seit Jahren tobt auch ein Methodenstreit unter den Fachleuten.

Verfahren

  • Photorefraktive Keratektomie (PRK): Dabei wird die oberflächliche Schicht der Hornhaut abgetragen. Laut Literaturangaben liegen die Kompliktionsraten bei 0,5 Prozent.

  • Zunehmend kritisch sehen die Fachleute die Lasik-Methode (Laser in Situ Keratomileusis). Dabei wird zwar ebenfalls ein Teil der Hornhaut abgetragen. Das erfolgt aber erst nach einem Hornhaut-Hobelschnitt in einer unteren Schicht per Laser. Laut Göttinger wird von Komplikationsraten von drei bis sieben Prozent berichtet. Der Experte: "In den USA warten Tausende Patienten nach Lasik-Operationen auf eine Hornhauttransplantation."

  • Schließlich gibt es auch noch das Lasek-Verfahren (Laserepitheliale Keratomileusis). Dabei handelt es sich um eine Methode, welche die Vorteile von PRk und Lasik kombiniert (ohne Hobelschnitt). Auch hier soll die Nebenwirkungsrate bei 0,5 Prozent liegen.

    "Übertriebene Erwartungshaltung"

    Univ.-Prof. Dr. Jürgen Faulborn, Vorstand der Grazer Universitäts-Augenklinik: "Die Möglichkeiten faszinieren die Patienten. Es besteht aber vielfach eine übertriebene Erwartungshaltung. Die Patienten haben das Gefühl, es gibt keine Komplikationen. Sie gibt es sehr wohl."

    Brille und vor allem Kontaktlinsen - so die Fachleute - sollten immer die ersten Mittel zur Korrektur von Fehlsichtigkeit sein. Die chirurgischen Eingriffe sind auch nur bis zu einer Kurzsichtigkeit von sieben bis acht Dioptrien möglich, weil darüber zu viel Hornhaut abgetragen werden müsste. Die meisten Patienten allerdings benötigen nach einigen Jahren erst recht eine Brille - dieses Mal eine Lesebrille wegen Altersweitsichtigkeit. Eine Alternative können ins Innere des Auges eingesetzte permanente Linsen sein. Doch auch sie können langfristig Schäden verursachen.

    Reaktion

    In einer Stellungnahme zu den Aussagen der Vertreter der Ophthalmologischen Gesellschaft zu den Verfahren der Fehlsichtigkeits-Chirurgie äußerte sich der Tiroler Experte Univ.-Prof. Dr. Mathias Zirm positiv. Man sollte nicht die so genannte Lasek-Methode propagieren und das von ihm seit Jahren angewandte Lasik-Verfahren kritisieren.

    "Ich kann nur jenen, die wissenschaftlichen Vereinigungen und Institutionen vorstehen, raten, alles zu tun, kreditschädigende Äußerungen zu verhindern und die Entwicklung neuer Methoden und ihre Verbesserungen (...) dorthin zurückzuführen, wo sie hingehören: In die Hand besonnener Operateure und vor die medizinische Fachwelt", schrieb Zirm. (APA)