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Chinesische Textilzulieferer bekannter Modelabels wie Nike und Adidas setzen laut Greenpeace gefährliche Chemikalien frei.

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Im Handel sollen sich dann in den T-Shirts oder Trikots möglichst wenige Rückstände der mehreren Tausend Chemikalien finden, die zum Färben, Bedrucken und Imprägnieren eingesetzt werden.

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Wien/Peking - Chinesische Textilzulieferer bekannter Modelabels wie Nike und Adidas setzen laut Greenpeace gefährliche Chemikalien frei.

Die Umweltschutzorganisation veröffentlichte am Mittwoch, 13. Juli den Bericht "Schmutzige Wäsche". Dieser zeigt die Belastung chinesischer Flüsse durch die Textil-Produktion internationaler Markenhersteller auf.

Hormonell wirksame giftige Chemikalien

Greenpeace-Analysen von Abwasser-Proben an zwei bedeutenden Textilfabriken im Jangtse- und Pearlfluss-Delta würden eine große Anzahl hormonell wirksamer oder giftiger Chemikalien belegen.

"Millionen Menschen beziehen ihr Trinkwasser aus den Flüssen, fischen und nutzen das Flusswasser für die Landwirtschaft. Beide Fabriken beliefern die Schwergewichte der Sportartikelbranche: Nike und Adidas sowie eine Reihe weiterer internationaler Marken", berichtete Greenpeace. Aktivisten der Umweltschutzorganisation machten am Mittwoch bei Protesten vor Geschäften der kritisierten Firmen in Peking auf das Problem aufmerksam.

Bis zu 100 Liter Wasser für ein Kilo Stoff

Die Bekleidungsindustrie ist der Organisation zufolge eine der wasserintensivsten Branchen überhaupt. Für ein Kilo Stoff werden bis zu 100 Liter verbraucht. Textilien werden mehrmals gewaschen, bevor sie im Geschäft liegen. 

Mehrere Tausend Chemikalien

In T-Shirts oder Trikots sollen sich möglichst wenige Rückstände der mehreren Tausend Chemikalien finden, die zum Färben, Bedrucken und Imprägnieren eingesetzt werden können. Diese zum Teil gesundheitsschädlichen Chemikalien bleiben im Abwasser der Fabrik. Selbst moderne Kläranlagen können sie nicht vollständig filtern.

In Europa verboten

Greenpeace hat in den Abwasserproben Azofarbstoffe, Schwermetalle und andere Schadstoffe mit gefährlichen Eigenschaften nachgewiesen. Unter anderem wurden organische Chemikalien wie Nonylphenol und perfluorierte Substanzen festgestellt, die hormonell wirksam sind und sich in der Nahrungskette anreichern können. Viele dieser Chemikalien dürfen in Europa nicht eingesetzt oder in Flüsse eingeleitet werden. (APA/red)