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Die Teilnahmegebühr für die Vorwahlen der Sozialdemokraten ist nicht unumstritten:  Geschäftsmann Rachid Nekkaz, der ebenfalls kandidiert, wirft seine Partei vor, die Wählerschaft "wie Prostituierte zu behandeln" und verstreute aus Protest zehntausend Euro-Münzen vor der Parteizentrale.

Foto: Reuters/Philippe Wojazer

Frankreichs Sozialdemokraten müssen vor der für April 2012 geplanten Präsidentenwahl eine schwere Entscheidung treffen. Um Amtsinhaber Nicolas Sarkozy, dessen katastrophale Umfragewerte sich in letzter Zeit leicht verbessert haben, zu entthronen, wird ein mehrheitsfähiger Kandidat gesucht.

Ex-Finanzminister Dominique Strauss-Kahn ist nach seinem New-York-Ausflug wohl aus dem Rennen, die besten Chancen bei den parteiinternen Vorwahlen im Oktober haben die Veteranen Francois Hollande und Martine Aubry.

Um eine möglichst große Beteiligung bei der Vorwahl zu erreichen, gehen die Sozialdemokraten unkonventionelle Wege: teilnehmen dürfen im Gegensatz zu bisherigen Abstimmungen nicht nur Parteimitglieder, sondern alle, die ein Grundsatzbekenntnis zu linken Prinzipien unterschreiben und einen Euro bezahlen.

Jean-Francois Cope, Generalsekretär von Sarkozy konservativer UMP, warf den Sozialisten vor, illegale Listen mit den politischen Meinungen der Bürger einrichten zu wollen.

Kandidatin Aubry verspricht allerdings zu, dass die Wahldokumente mit den Namen der Teilnehmer unmittelbar nach der Wahl im Beisein eines Notars verbrannt werden. Sie hofft, dass sich an der Vorwahl eine Million Bürger beteiligen. (red)