Wien - Den Leitfaden "Kosteneffiziente Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs in den Gemeinden" hat Verkehrsministerin Bures am Donnerstag in Wien präsentiert. Darin enthalten sind insgesamt 95 Vorschläge, wie der Radverkehr preiswert verbessert und ausgebaut werden kann. "Effektive Radförderung muss nicht kostenintensiv sein", sagte Bures.

Bei allen Maßnahmen im Leitfaden wird auch der finanzielle und administrative Aufwand angeführt. Mit einem Budget von 50.000 Euro könnten demnach etwa 300 Meter Radweg gebaut, 6,5 Kilometer Radfahrstreifen markiert oder 50 überdachte und beleuchtete Abstellplätze errichtet werden. "Wir haben einen Fonds mit 1,9 Millionen Euro zur Förderung von Radverkehr in den Gemeinden zur Verfügung gestellt", erklärte die Ministerin.

"Wir können nicht genug Radwege bauen"

Begrüßt wird diese Maßnahme vom österreichischen Städtebund: "Wir freuen uns über alle Initiativen, das Radfahren einfacher, attraktiver und sicherer zu machen, denn Radfahren gehört in den Städten neben dem öffentlichen Verkehr zu den Fortbewegungsmitteln der Zukunft", so Thomas Weninger, Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes, in einer Aussendung.

Für die Wiener Verkehrs- und Planungsstadträtin Vassilakou ist "das Rad der Schlüssel zur modernen Mobilität in Städten". In Wien würde jede zweite Autofahrt nicht länger als fünf Kilometer sein. Daher gäbe es viel Potenzial, "Autofahrten mit dem Rad zu ersetzten". Hierfür fordert Vassilakou eine "sinnvolle Entflechtung" der bestehenden Regelungen.

"Wir können nicht genug Radwege bauen", so die Stadträtin. Daher plädierte sie in Wien für eine Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht in der Straßenverkehrsordnung (StVO). Zudem müssten mehr Fahrradstraßen gebaut werden, sagte Vassilakou. (APA)