Wien - Die Wiener Börse hat die Sitzung am Mittwoch bei schwachem Volumen mit höheren Notierungen beendet. Der ATX stieg 32,22 Punkte oder 1,24 Prozent auf 2.631,16 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund acht Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.623 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,05 Prozent, DAX/Frankfurt +0,39 Prozent, FTSE/London +1,10 Prozent und CAC-40/Paris +1,61 Prozent.

Die Wochenmitte gestaltete sich an den europäischen Börsen sehr freundlich. Börsianer sprachen im Vorfeld des entscheidenden EU-Sondergipfels zur Schuldenkrise in Griechenland von vorsichtigem Optimismus. So haben sich die Anzeichen auf eine Einigung für ein zweites Griechenland-Rettungspaket gemehrt. Allerdings ist die Beteiligung des privaten Sektors noch umstritten.

Vor der morgen anstehenden Sitzung in Brüssel liefen die Vorbereitungen für einen Konsens auf Hochtouren. So hat sich die deutsche Kanzlerin Merkel mit dem französischen Präsidenten Sarkozy getroffen, der griechische Ministerpräsident Papandreou besuchte den EU-Kommissionspräsidenten Barroso. Dass ein Kompromiss zur Lösung der Probleme Griechenlands wahrscheinlich sei, kommentierten auch französische Minister.

Ansonsten präsentierte sich die Meldungslage erneut sommerlich dünn. Mit der Vorlage von Quartalszahlen rückte der Leiterplattenhersteller AT&S in den Blickpunkt. Das steirische Unternehmen legte einen schwachen Start in das Geschäftsjahr 2011/12 hin und verzeichnete im Auftaktquartal einen kräftigen Gewinnrückgang. Unterm Strich ging der Periodenüberschuss von 7,57 auf 2,06 Mio. Euro zurück. Die Titel konnten die deutlichen Verlaufsverluste bis zur Schlussglocke etwas eindämmen und gingen mit einem Abschlag von 0,78 Prozent bei 12,75 Euro aus dem Handel.

Gut gesucht präsentierten sich indessen die Papiere der Immofinanz, die um 3,10 Prozent auf 2,73 Euro zulegen konnten. Händler verwiesen auf eine positive Studie durch die Credit Suisse. Die Analysten haben ihre Anlageempfehlung für den Immobilienentwickler von "neutral" auf "outperform" angehoben und das Kursziel auf 3,70 Euro erhöht. Auch die Gewinnschätzungen wurden kräftig nach oben revidiert.

Versicherungs- und Bankenwerte waren in einem sehr freundlichen europäischen Umfeld auch in Wien gut gesucht. So konnten sich Vienna Insurance Group (VIG) als ATX-Favorit um 4,18 Prozent auf 36,48 Euro vorarbeiten. Schwergewichtige Titel von Erste Group (plus 2,61 Prozent auf 33,76 Euro) und Raiffeisen Bank (plus 1,80 Prozent auf 34,15 Euro) präsentierten sich ebenfalls mit klaren Aufschlägen. (APA)

Die zehn größten Kursgewinner von heute

1. BENE AG +4,59 Prozent
2. VIENNA INSURANCE GROUP AG +4,18 Prozent
3. SCHOELLER-BLECKMANN AG +3,71 Prozent
4. IMMOFINANZ AG +3,10 Prozent
5. ERSTE GROUP BANK AG +2,61 Prozent
6. FLUGHAFEN WIEN AG +2,55 Prozent
7. EVN AG +2,54 Prozent
8. SEMPERIT AG HOLDING +2,25 Prozent
9. S&T SYSTEM INT.&TECH. DISTR.AG +1,82 Prozent
10. RAIFFEISEN BANK INTERNAT. AG +1,80 Prozent

Die zehn größten Kursverlierer von heute

1. ANDRITZ AG -2,77 Prozent
2. LENZING AG -2,52 Prozent
3. TEAK HOLZ INT. AG -1,69 Prozent
4. S IMMO AG -1,55 Prozent
5. OESTERR. POST AG -1,45 Prozent
6. HTI HIGH TECH INDUSTRIES AG -1,39 Prozent
7. DO&CO RESTAURANTS&CATERING AG -1,25 Prozent
8. PALFINGER AG -1,13 Prozent
9. AT&S AUSTRIA TECH.&SYSTEMTECH. -0,78 Prozent
10. FRAUENTHAL HOLDING AG -0,69 Prozent