Dass sich rechtspopulistische Parteien in Europa vernetzen, ist weder überraschend noch neu. Dass sie sich aber mit Rechtsextremen zusammentun, die Gesetze brechen und Demokratien abschaffen wollen, fällt in den letzten Jahren immer stärker auf. Der FPÖ fällt in diesem Netzwerk, das sich über ganz Europa legt, keine unbedeutende Rolle zu. Das weiß auch der deutsche Verfassungsschutz, der die FPÖ in aller Deutlichkeit in seinem aktuellen Bericht erwähnt. Da steht jene Partei, die in Österreich den Dritten Nationalratspräsidenten stellt, im Verein mit teilweise bereits rechtskräftig verurteilten Neonazis im Kapitel "Rechtsextremismus".

Man weiß, dass die FPÖ, in der fast nur mehr deutschnationale Burschenschafter Karriere machen, immer weiter nach rechts gerückt ist. Man kennt die Berührungspunkte zur illegalen Szene, sei es in den Jugendorganisationen der Partei oder durch "unerklärlichen" E-Mail-Verkehr mit Hardcore-Neonazis, die im Internet mit Gewalt drohen.

Und genau diese Neonazis, die gemeinsam mit Kameraden in Ungarn und Deutschland "ausgebildet" werden, finden in der FPÖ und ihren vom Steuerzahler subventionierten Strukturen eine praktikable Drehscheibe. Da wird schon lange nicht mehr nur Paintball gespielt, sondern für den "Tag null" geprobt. Dem österreichischen Verfassungsschutz war die Rolle der blauen Mittelsmänner hingegen noch keine Erwähnung wert. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.7.2011)