Wien - Auch der in Haft sitzende Mann, der sich selbst der Mitwisserschaft im Entführungsfall Natascha Kampusch bezichtigt, soll zu den mehr als 13 Jahre zurückliegenden Vorkommnissen befragt werden. Der Termin dafür stehe noch nicht fest, sagte Ernst Geiger, Leiter der Abteilung Ermittlungen, Allgemeine und Organisierte Kriminalität im Bundeskriminalamt (BK), am Donnerstag.

Der Spitzenpolizist hielt fest, dass keinesfalls er selbst den in einer Außenstelle der Justizanstalt Stein inhaftierten Mann befragen werde. Wie die Tageszeitung "Österreich" berichtete, hat er zu den immer wieder auftauchenden Gerüchten über ein angebliches Entführungsnetzwerk im Fall Kampusch mittels Brief an die Staatsanwaltschaft Innsbruck eine neue Variante aufgetischt. Gegen den angeblichen Mitwisser läuft laut der Zeitung ein Besachwaltungsverfahren. Geiger sagte zum Inhalt der Angaben des Mannes: "Das kommentiere ich nicht. Aber er wird umfassend einvernommen."

Am 2. März 1998 wurde Natascha Kampusch auf ihrem Schulweg in Wien von Wolfgang Priklopil entführt. Rund achteinhalb Jahre wurde sie im Keller des Mannes in einem Haus im niederösterreichischen Strasshof gefangen gehalten, bevor sie als junge Frau in einem unbeobachteten Moment flüchten konnte. Ihr Verschwinden zählt zu den spektakulärsten Fällen der Kriminalgeschichte in Europa. (APA)