Dan Boeckner (von Wolf Parade) zu Gast beim Stuck!-Festival in Salzburg.

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Das dreitägige Sommerfestival Stuck! startet in die zweite Saison. Wieder unter der Verantwortung von Stefan Kalser (Yeah!Club-Team), tendiert das Programm mit vielen Newcomern Richtung Electropop.

Am ersten Tag frisiert das dänische Trio Who Made Who seinen Discosound mit treibenden Beats und Stakkatogitarren auf, eingängiger Tanzpunk für Freunde von Peaches und Soulwax. Die gefragten Remixer (Peaches, Hot Chip oder Chicks On Speed) haben mit Sänger und Gitarrist Jeppe Kjellberg Avantjazz-Erfahrung, ihr Song Space To Rent wurde von Josh Homme gecovert. Das Londoner Duo Mount Kimble bastelt mit Samplings und Loops Ambient-Electro-Tracks aus Dubstep-Versatzstücken. Bei den norwegischen Casiokids ist der Name Programm, analoge Keyboards treffen auf eine Multimedia-Bühnenshow.

Dan Boeckner kennt man von den kanadischen Wolf Parade, mit Ehefrau Alexei Perry gastiert er als Handsome Furs. Beim Stuck! bleibt auch Platz für Shoegazing mit schönen Gitarrenlärmwänden. Eine meist verträumte Variante dazu bietet das Frauentrio Vivian Girls aus Brooklyn, das schon mit einer feinen Wipers-Coverversion aufgefallen ist.

Ebenfalls aus New York kommt das Düsterduo Creep. Am Freitag belegt das Reykjavíker Electropop-Partyquartett FM Belfast sein aktuelles Albumtitelpostulat Don't Want To Sleep, u. a. mit nimmermüden Drumcomputern. Das Trio Esben And The Witch aus Brighton sorgt mit düsteren Psych-Folk-Untertönen für Gänsehaut. Alte Hasen im Indietronics-Business mit 80er-Jahre-Schlagseite sind Metronomy, deren Mastermind Joseph Mount etwa Remixes für Franz Ferdinand, Goldfrapp, Gorillaz, Klaxons oder Roots Manuva gebastelt hat. Ebenso englisch wie Casio-Beat-80er-Retro geben sich die Mirrors. Teutonischen Techno-Brettern ist Sascha Ring aka Apparat verpflichtet. Ebenfalls am Samstag packt das gemischte Brit-Duo You Love Her Coz She's Dead den Gameboy aus, die Londoner Flashguns pflegen eingängig leichten Gitarrenpop. Die Neo-New-Waver von Bloc Party fliegen mit dem Plattenkoffer (oder Laptop?). (dog/DER STANDARD, Printausgabe, 3. 8. 2011)