Wien - Obwohl für Österreich unlängst sinkende Arbeitslosenzahlen gemeldet wurden, scheinen lange nicht alle Probleme der heimischen Wirtschaft gelöst. Der zuletzt von der Politik beklagte Fachkräftemangel und die hohe Arbeitslosigkeit von Menschen mit Migrationshintergrund dürften die nächsten Hürden sein.

Das Projekt "Mentoring für Migranten" der Wirtschaftskammer (WKO) soll dem Abhilfe schaffen. In Kooperation mit dem AMS und dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) werden Menschen mit Migrationshintergrund gesucht und ihnen eine Person aus der heimischen Wirtschaft als Mentor zur Seite gestellt. Das Programm richtet sich dabei allerdings an gut qualifizierte Migranten: Etwa 83 Prozent der betreuten Mentees besitzen einen Hochschulabschluss. "Es geht darum, qualifizierte Ausbildung mit Wirtschaftsakteuren zu vernetzen", sagt Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der WKO. Gründe für die Betreuung sind, dass Zuwanderer oft keine sozialen Netzwerke oder Kenntnisse des Arbeitsmarktes für die Jobsuche besitzen.

Vorbild Kanada

Bisher wurden etwa 500 solcher Pärchen gebildet. Das heißt also, dass 1000 beteiligte Personen sich für etwa sechs Monate gemeinsam auf die Suche nach dem Wunschjob machen. Im Moment laufen in der Steiermark, Tirol und Vorarlberg solche Durchgänge. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland sollen weitere folgen.

Das Projekt sei dabei eng mit der Rot-Weiß-Rot-Card gekoppelt. Während die Karte Arbeitskräfte aus dem Ausland bringen soll, richte sich das Mentoringprojekt an die "Potenziale im Inland", so Johannes Kopf vom AMS. Das Vorbild für beide Ideen ist dabei Kanada, wo ein ähnliches System herrscht.

Mittelfristig erhofft man sich seitens der Wirtschaftskammer, dass durch das Projekt vor allem die Exportwirtschaft gestärkt werden kann. (clt, DER STANDARD-Printausgabe, 3.8.2011)