Prishtina/Pristina - Der kosovarische Regierungschef Hashim Thaci hat am Dienstag ausgeschlossen, die strittigen Grenzübergänge im Norden des Kosovo wieder an serbische Sicherheitskräfte zu übergeben. An den Grenzposten Jarinje und Brnjak waren bis zum 25. Juli Polizeiangehörige der serbischen Minderheit im Kosovo sowie Beamten der EU-Mission EULEX im Einsatz. Die Regierung in Prishtina hatte in der Vorwoche versucht, eigene Polizisten und Zollbeamte an der Grenze zu postieren, was einen Gewaltausbruch der ansässigen serbischen Bevölkerung auslöste.

Für seine Regierung würden klare "rote Linien" für einen Dialog mit Serbien gelten, sagte Thaci am Dienstag. Diese habe er dem EU-Beauftragten Robert Cooper überbracht. So werde es keine Verhandlungen über den Status des mehrheitlich von Serben bewohnten nördlichen Kosovo mit Belgrad geben. "Die volle Souveränität Kosovos, seine territoriale Integrität und seine innere Ordnung können nicht Thema des Dialogs mit Serbien sein", sagte Thaci. Die ungehinderte Arbeit der kosovarische Polizei und des Zolls müsse gewährleistet werden. Zurzeit wird der Grenzübergang von der internationalen Schutztruppe KFOR kontrolliert.

Belgrad ist um die Wiederherstellung der bisherigen Lage an den zwei Grenzübergängen bemüht. Die kosovarische Regierung klagt hingegen darüber, dass Serbien kosovarische Waren mit einem einseitigen Importverbot verhängt habe, und im serbisch kontrollierten Norden des Kosovo Schmuggler aktiv seien. Der Kosovo pocht darum auf die Kontrolle seiner Grenzen und verhängte Mitte Juli seinerseits ein Importverbot für serbische Waren. Der Norden des Kosovo versorgt sich fast ausschließlich mit Nahrungsmitteln aus Serbien. Belgrad hat die vor dreieinhalb Jahren verkündete Unabhängigkeit des Kosovo ebensowenig anerkannt wie die UNO und eine Mehrzahl ihrer Mitglieder. Die Behörden in Pristina werden jedoch von den USA und fast allen EU-Staaten gestützt. (APA)