Bild nicht mehr verfügbar.

Systemfragen verhandelt Andreas Heraf nur nichtöffentlich.

Foto: dapd

Barranquilla - "Wir haben gegen die vielleicht beste U20-Mannschaft der Welt gespielt", fand Andreas Heraf, Teamchef der österreichischen Auswahl, nach dem 0:3 gegen Brasilien im zweiten Gruppenspiel der WM in Kolumbien. Das erste gegen Panama war beiderseits torlos verlaufen. Immerhin habe man die Südamerikaner zu Beginn in Bedrängnis gebracht. "Vielleicht wäre es anders gelaufen, wenn wir das 1:0 gemacht hätten", meinte der Ex-Internationale und dachte an die Möglichkeit von Andreas Weimann nach zehn Minuten. "Chancen waren wieder da, das freut mich, aber man muss halt auch einmal eine reinhauen."

Heraf hatte gegen den Mitfavoriten auf ein 3-3-3-1-System gesetzt. "Es freut mich, dass sich die Brasilianer damit 30 Minuten lang nicht zurechtgefunden haben, das ist toll." Dabei hatte der 43-Jährige gegen Brasilien ursprünglich ein 4-1-4-1 geplant. Ein Fieberschub beim in der Innenverteidigung vorgesehen gewesenen Lukas Rotpuller sowie Bedenken, es könnte bei dieser Ausrichtung an Offensivkraft mangeln, hatten Heraf zum Meinungsumschwung bewogen. Nach einiger Anlaufzeit freilich fanden sich die Brasilianer geradezu toll mit Österreichs System zurecht.

Das ist aber noch nicht das Ende aller Hoffnung, ins Achtelfinale aufzusteigen. Im letzte Vorrundenspiel in der mitteleuropäischen Nacht auf Freitag wartet Ägypten. Die Nordafrikaner spielten zum Auftakt gegen Brasilien 1:1. Quervergleiche im Fußball hauen zwar nicht immer hin, aber Brasiliens Teamchef Ney Franco gibt den Österreichern nicht allzu große Chancen: "Die Ägypter spielen wesentlich offensiver, sind physisch und technisch stärker als Österreich." Und seinem Kollegen gibt er einen Tipp: "Weimann ist ein ausgezeichneter Stürmer, aber er braucht eine zweite Spitze neben sich."

Heraf gibt sein System naturgemäß nicht bekannt. Gegen Ägypten wird jedenfalls ein Sieg mit zwei Toren Differenz angestrebt, um noch auf Platz zwei zu landen. Ein knapperer Erfolg würde - sofern Panama gegen Brasilien nicht gewinnt - Platz drei bedeuten. In diesem Fall hätte das ÖFB-Team mit vier Punkten gute Chancen, als einer der vier besten Gruppendritten ins Achtelfinale zu kommen. Heraf: "Ich denke nur ans Weiterkommen, egal ob als Zweiter oder Dritter." (APA, red - DER STANDARD PRINTAUSGABE 3.8. 2011)