Klagenfurt - In Kärnten sind fünf Familien mit fünf Kindern zwischen zwei und 15 Jahren von der Abschiebung in die Russische Föderation bedroht. Vom Bundesasylgerichtshof hatten die Flüchtlinge aus Tschetschenien und Dagestan negative Bescheide erhalten. Laut Medienberichten leben die drei Elternpaare und zwei Alleinerzieherinnen seit Jahren in Kärnten, einige Kinder seien in Österreich geboren. Ein Baby sei kürzlich verstorben und in Kärnten begraben.

Durch den negativen Asylbescheid haben die Familien ihre Grundversorgung bereits verloren. Klaus Ottomeyer, Psychologe an der Alpen Adria Universität Klagenfurt und Betreuer einiger Betroffener beim Verein Aspis, zeigt sich am Mittwoch "schockiert". Man werde "weiter kämpfen" und hoffe auf einen Aufschub der Abschiebung der Familien. In einem offenen Brief fordert der zweite Kärntner Landeshauptmannstellvertreter, Peter Kaiser, Innenministerin Johanna Mikl-Leitner auf, "die Sachlage in Anbetracht der besonderen Umstände erneut genauestens zu prüfen, um den Familien den Verbleib in Kärnten zu ermöglichen". Er pocht auf das humanitäre Bleiberecht. (APA)