Moskau/Brüssel - Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat wegen der Gewaltexzesse in Syrien Präsident Bashar al-Assad vor einem schlimmen Ende gewarnt. Wenn Assad sein Land nicht reformiere und Frieden schaffe, "erwartet ihn ein trauriges Los", sagte Medwedew am Donnerstag in einem Interview mit mehreren russischen Staatsmedien. "Und wir werden am Ende gezwungen sein, auch irgendeine Entscheidung zu treffen", sagte Medwedew. Russland lehnt bisher als Vetomacht im Weltsicherheitsrat ein schärferes internationales Vorgehen gegen Syrien ab.

Persönlich sowie in Briefen habe er Assad immer wieder zu Reformen aufgefordert, sagte Medwedew in dem von der Agentur Interfax zitierten Interview. Der syrische Präsident müsse sich mit der Opposition versöhnen, Frieden schaffen und einen modernen Staat aufbauen. Russland verfolge die dramatische Entwicklung in Syrien sowie das Töten vieler Menschen mit großer Sorge, sagte Medwedew.

EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton begrüßte unterdessen das Dekret Assads zur Zulassung neuer Parteien als einen "Schritt in die richtige Richtung". Zugleich kritisierte sie, dass die zuvor angekündigten Reformen noch immer nicht umgesetzt seien. Sie appellierte an Assad, auf die Präsidenten-Erklärung des UNO-Sicherheitsrates zur Lage in seinem Land zu hören. "Dies ist ein klares Signal vom höchsten Gremium der internationalen Gemeinschaft, das einstimmig von den Mitgliedern des Sicherheitsrates beschlossen wurde", heißt es in einer am Donnerstag in Brüssel veröffentlichten Erklärung Ashtons. "Ich fordere Präsident Assad auf, auf die internationale Gemeinschaft zu hören." Er müsse die Gewalt stoppen, sein Volk schützen und Grundfreiheiten gewähren. Die von Assad angekündigten Reformen seien "prinzipiell ein Schritt in die richtige Richtung, aber nur wenn sie wirklich umgesetzt werden". Bisher seien bereits früher versprochene Reformen immer noch nicht realisiert worden. (APA)