Grafik: GStreamer

Auch wenn das Multimedia-Framework GStreamer längst zu einem fixen Bestandteil im Linux-Umfeld geworden ist - zunächst bei GNOME und mittlerweile zumindest optional auch bei KDE - zur Veröffentlichung der großen Version 1.0 hat man sich bisher nicht durchringen können. Statt dessen pflegt man nun schon gute 5 Jahre lang die 0.10-Serie, dies soll nun aber ein Ende haben: Mit der Veröffentlichung von GStreamer 0.11 bringt Hersteller Collabora - passend zum gerade in Berlin startenden Desktop Summit -  eine erste Testversion einer neuen Generation des Frameworks, die schlussendlich in der Freigabe von GStreamer 1.0 münden soll.

Beschleunigung

Dabei nutzt man die Chance mit der Binärkompatibilität zu brechen, um einige Änderungen an der Architektur der eigenen Software vorzunehmen. Wie Entwickler Christian Schaller in einem Blog-Eintrag herausstreicht, will man damit vor allem die Hardwarebeschleunigung aktueller Systeme besser ausnutzen, also etwa VAAPI oder VDPAU unterstützen. Gerade im mobilen Bereich soll es über die Nutzung von Harware-Codecs wie OpenMax IL deutliche Performancezugewinne geben.

Kooperation

Auch sonst habe man für GStreamer 1.0 einen besonderen Schwerpunkt auf die Verbesserung der Performance gelegt. Dies soll sich in allen Anwendungen bemerkbar machen, besonders aber in komplexen Programmen wie dem Video-Editor PiTiVi. Zu den konkreten Neuerungen gehört etwa eine vollständig neugestaltete Pufferverwaltung. Die Entwicklung der neuen Release sei nicht zuletzt in Zusammenarbeit mit Hardwarepartnern wie Texas Instruments entstanden.

Anpassung

Der Bruch mit der API-Kompatibilität bedeutet natürlich auch, dass EntwicklerInnen ihre GStreamer-nutzenden Programme anpassen müssen. Allerdings kann die neue Generation der Software parallel zur bestehenden Serie installiert werden - wie es ja auch schon beim Wechsel von GStreamer 0.8 zu 0.10 der Fall war.

Download

GStreamer 0.11.0 kann ab sofort von der Seite des Projekts heruntergeladen werden. Einen fixen Zeitplan für die Freigabe der Version 1.0 nennt man zwar noch nicht, spricht aber immerhin von "später dieses Jahr". (apo, derStandard.at, 06.08.11)