Washington - Die Abwertung der US-Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poor's wird nach Auffassung von Experten vielerlei einschneidende Folgen für die USA und die Weltwirtschaft haben.

Auf längere Zeit dürften Investoren für den Kauf von US-Staatsanleihen höhere Zinsen wegen höherer Risiken einfordern. Das dürfte in einen allgemeinen Zinsanstieg münden und damit dann auch zu Lasten von Unternehmen und Verbrauchern gehen, die am Markt Kredite aufnehmen. Wenn diese aber höhere Zinsen bezahlen müssen, bleibt ihnen weniger für Investitionen und den Konsum - das Wirtschaftswachstum würde gedämpft.

Die Abwertung durch S&P könnte die Zinsen auf US-Staatspapiere nach Expertenauffassung um bis zu rund 0,7 Prozentpunkte nach oben treiben. Das würde die Finanzierungskosten des Staates um etwa 100 Milliarden Dollar (70,6 Mrd. Euro) steigen lassen.

Einige große Investoren, wie William Gross von PIMCO, rechnen mit Umschichtungen und haben bereits erklärt, andere Märkte, wie etwa Kanada, böten bessere, solidere Chancen. Allerdings kann der US-Anleihenmarkt allein schon wegen seiner Größte von 35 Billionen Dollar kaum von anderen Märkten ersetzt werden, heißt es. (APA/Reutes)