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Gute Laune beim niveauvollen Wunschkonzert: Erwin Schrott, Jonas Kaufmann und Anna Netrebko.

Foto: APA/ANDREAS PESSENLEHNER

Wien - Solange sie läuft, soll man sie, die Karriere, laufen lassen. Also baut man um die Festspielsaison noch eine kleine Tournee, füllt Hallen mit einem Potpourri-Programm und schaut auch zu Hause vorbei - ist ja nicht so weit von Salzburg (wo Anna Netrebko und Erwin Schrott ein bisschen was zu tun haben) nach Wien, wo das Pärchen wohnt. Mit dabei ist auch Tenor Jonas Kaufmann. Auch ihm kann man indes nicht vorwerfen, mit popartigen Konzerten wie diesen ambitionslos nur die Kasse füllen zu wollen.

Vielmehr: Es wirkt Kaufmann wie ein hochseriöser Herr in der Charmetradition eines Peter Alexander. Ob er Grüße an die Mama ersingt oder Liebessprüche schmettert (Taubers Du bist die Welt für mich ...) - es bleibt eine tadellose Demonstration des (natürlich mikroverstärkten) Könnens.

Lockerer wirkt Schrott. Bei Leporellos Registerarie blättert er in einem Frauenmagazin und ist auch sonst eher der verspielte kunstblonde Entertainer, der auch seine neue Tango-CD ein bisschen promotet. Auch er kann seine Bühnenintensität in die volle Stadthalle hinüberretten: Wenn er mit der glänzend disponierten Netrebko (als Bess) Porgy mimt, ist das bei aller Privatheit professionelle Schwerarbeit an der Seite einer Dame, die beiden Herren letztlich die Show stiehlt.

Dass die Technik nicht anders kann, als die Prager Philharmonie unter Marco Armiliato blechern klingen zu lassen, gehört natürlich auch zum "guten" Ton solcher Veranstaltungen. Ljubiša Tošić, DER STANDARD/Printausgabe 8.8.2011)