An der Universität Wien wird es keine Aufnahmeprüfung im Fach Publizistik- und Kommunikationswissenschaft geben. Die Uni Wien hat einen derStandard.at-Bericht vom Freitag nun in einer Aussendung bestätigt. Für Publizistik haben sich 839 Personen bei 1.123 freien Plätzen angemeldet. Die Bundesregierung hatte 2010 Zugangsregeln für Publizistik beschlossen und eine Maximalzahl von Studierenden an den Universitäten in Wien, Salzburg und Klagenfurt festgesetzt. Die Anzahl wurde damals anhand des Durchschnitts der Studienanfänger aus den vergangenen drei Studienjahren von 2006 bis 2009 errechnet.

Rekord bei Psychologie

Während es in Publizistik weniger Bewerber als Plätze gibt, ist beim Psychologie-Studium der Uni Wien das Gegenteil der Fall. Hier gibt es mit 1.989 Anmeldungen einen neuen Rekord. Der Aufnahmetest für die 600 Plätze, die zu vergeben sind, wird am 1. September stattfinden. Die Studenten-Höchstzahl für Psychologie wurde bereits 2006 von der Regierung anhand von Verordnungen der Rektorate der betroffenen Universitäten festgelegt. 

Anteil der Deutschen unwesentlich höher

"Beim Studium Publizistik senkt möglicherweise allein die Ankündigung eines Aufnahmeverfahrens die Zahl der Anmeldungen", heißt es in der Aussendung der Uni Wien. Vor der Einführung der Zugangsregeln hatten im Jahr 2009 noch 1.600 Studenten ein Publizistik-Studium begonnen.
Der Anteil der Anmeldung von deutschen Studenten ist laut Uni Wien unwesentlich gestiegen. Für Publizistik haben sich 164 deutsche Staatsbürger angemeldet, das sind 22 Prozent aller Anmeldungen. Beim Psychologie-Studium liegt der Anteil der Deutschen mit 621 Anmeldungen bei 33 Prozent.

Die Uni fordert in ihrer Aussendung, die Studienplatzfinanzierung voranzutreiben. "Die Universität Wien hat 32 Prozent der österreichischen Studierenden mit nur 15 Prozent des Gesamtbudgets der Universitäten zu betreuen", sagt Heinz W. Engl, der ab 1. Oktober 2011 das Rektorat übernimmt.

ÖH: "Regeln sind absurd"

Dei ÖH der Uni Wien bezeichnete in einer Aussendung die Zugangsregeln als "absurd". Dass es nun in Publizistik erneut weniger Bewerber als Plätze gebe zeige, "dass Versuche, die Anzahl der Studierenden im Vorfeld festlegen zu wollen, nicht funktionieren".

Uni Salzburg hat wesentlich mehr Bewerber

An der Uni Salzburg, wo die Anmeldefrist am 15. Juli geendet hat, gab es sowohl für Psychologie als aus Publizistik deutlich mehr Anmeldungen als Plätze: 1.156 Personen werden um die 200 Psychologie-Plätze rittern, darunter rund 77 Prozent Deutsche. Für die Aufnahmeprüfung für die 226 Publizistik-Plätze haben sich 584 Personen angemeldet, davon kommen rund 61 Prozent aus Deutschland. Die Prüfung wird wie an der Uni Klagenfurt am 2. September stattfinden.

Großer Andrang in Innsbruck

Noch bis Ende der Woche läuft die Anmeldefrist Psychologie an den Unis Graz und Innsbruck. In Innsbruck haben sich bis Montag 617 Personen für die 284 Plätze angemeldet, davon kommen rund 63 Prozent aus Deutschland. In Graz gibt es bisher 639 Voranmeldungen für die 230 Plätze, unter den Bewerbern sind 17 Prozent Deutsche.

An der Uni Klagenfurt, wo die Anmeldefrist noch bis zum 19. August läuft, hält sich der Andrang vorerst in Grenzen. Für die 115 Psychologie-Plätze haben sich bisher 114 Interessenten zur Prüfung angemeldet, davon 43 Deutsche. Hier werde die Zahl der Interessenten vermutlich das Angebot übersteigen, meint der für Lehre zuständige Vizerektor Hubert Lengauer zur APA. Zum Zug kommen jene 115 Studenten, die beim Test am besten abschneiden. Für die auf 180 Studienanfänger begrenzte Medien- und Kommunikationswissenschaft haben sich bisher lediglich 52 Personen angemeldet, darunter fünf Deutsche.

Im Gegensatz zur Uni Wien wird die Uni Klagenfurt die Prüfung auch dann durchführen, wenn es weniger Anmeldungen als Plätze gibt. Es könne schließlich nicht zu viel verlangt sein, dass die Maturanten sich mit ihrer Studienwahl auseinandersetzen, begründet Lengauer. (APA/red, derStandard.at, 8.8.2011)