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Der Faltenkiller könnte sich bald auch zur Behandlung von neurologischen Symptomen eignen

Foto: REUTERS/Shannon Stapleton

London/Frankfurt - Die US-Pharmafirma Allergan kann in Europa auf zusätzliche Umsätze mit ihrem lukrativen Faltenglätter Botox hoffen. Irland gab nun eine Empfehlung für den Einsatz der Schönheitsmedizin zur Behandlung von Patienten mit Blasenproblemen, wie Allergan mitteilte. Da eine Zulassung in Irland auch von anderen EU-Staaten akzeptiert wird, dürfte das Präparat bald in weiteren europäischen Ländern auf den Markt kommen.

Der Wirkstoff von Botox ist das starke Nervengift Botulinumtoxin, das die Nervensignalwege zu den Muskeln blockiert. In den USA wurde Botox vor allem dadurch berühmt, dass sich Hollywood-Stars damit ihre Gesichtsfalten wegspritzen ließen.

Für die Pharmafirma Allergan mit Sitz im kalifornischen Irvine ist das Präparat ein Kassenschlager. Mit dem Präparat machte das Unternehmen zuletzt 1,5 Milliarden Dollar (1,05 Milliarden Euro) Umsatz im Jahr. Etwa die Hälfte der Erlöse stammt aus dem Einsatz als kosmetische Medizin zur Faltenglättung.

Wirkung bis zu neun Monate

Die neue Zulassung in Europa würde für die Behandlung von Blasenproblemen gelten, die durch Multiple Sklerose oder Rückenmarksverletzungen ausgelöst wurden. Studien zufolge wirkt eine Botox-Injektion bis zu neun Monate lang, indem sie unter anderem ungewollte Kontraktionen der Blase verhindert. Bisher wurden dagegen sogenannte Anticholinergika verschrieben wie etwa Vesicare von Astellas und GlaxoSmithKline. Allergan setzt darauf, dass Botox auch in den USA grünes Licht für dieses weitere Einsatzgebiet erhält. Analysten trauen der Medizin in diesem Feld Umsätze von bis zu 500 Millionen Dollar im Jahr zu. (APA/Reuters)