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Die 18. Herzogin von Alba will ein drittes Mal heiraten.

Foto: AP/Rodriguez

Madrid/Wien - Ihre Kinder waren immer dagegen. Und selbst König Juan Carlos schaltete sich 2008 ein, um die 18. Herzogin von Alba, eine der reichsten Frauen Spaniens, davon abzuhalten, einen Beamten zu heiraten. Medienberichten zufolge will sich die entfernte Verwandte von König James II., Winston Churchill und Prinzessin Diana jetzt trotzdem trauen. Dafür würde sie auf ihr privates Vermögen, das auf bis zu 3,4 Milliarden Euro geschätzt wird, verzichten.

Die 85-Jährige plant demnach, ihren Besitz vorzeitig ihren sechs Kindern, die - wie sie gern betont - allesamt geschieden sind, zu vererben. Dabei geht es um dutzende Schlösser, deren Wände Kunstwerke von Meistern wie Goya, Velázquez und Tizian zieren.

"Langjähriger Freund"

Ihr Auserwählter, der 61-jährige Alfonso Díez, hat freilich sowieso längst ein Dokument unterzeichnet, in dem er erklärt, auf sämtliches Vermögen zu verzichten. Der Staatsbeamte, der auch eine PR-Agentur betreibt, galt stets als "langjähriger Freund" der siebenfachen Herzogin, die auch 22fache Gräfin und 24fache Marquise ist - das macht sie laut Guinness-Buch der Rekorde zur Frau mit den meisten Adelstiteln auf diesem Planeten.

María del Rosario Cayetana Alfonsa Victoria Eugenia Francisca Fitz-James Stuart y de Silva war bis 1972 mit Pedro Luis Martínez de Irujo y Artazcoz, dem Sohn des Herzogs von Sotomayor, verheiratet. Die Hochzeit im Jahr 1947 galt als eine der teuersten der Welt. 1972 starb ihr Ehemann. Aus der Verbindung stammen ihre fünf Söhne (wobei in einem Fall Gerüchte über einen außerehelichen Vater existieren) und die einzige Tochter. Schon 1978 schockte die Adelige die Nation mit einer zweiten Ehe: Mit dem früheren Jesuitenpfarrer und Intellektuellen Jesús Aguierre Ortiz de Zárate, der 2001 starb.

Künftig soll Cayetana Fitz-James' Ältester, Carlos, den Familienbesitz verwalten, berichtet El País. Der Gutteil dessen wird von einer Stiftung gemanagt und gehört - gegen Steuerbegünstigungen - gesetzlich dem Staat und kann daher nicht verkauft werden. Carlos sollen auch der Liria-Palast in Madrid und der Palast Monterrey in Salamanca zufallen.

Die Herzogin, der nachgesagt wird, sich mehreren Schönheits-OPs unterzogen zu haben, sieht sich selbst gar nicht als so reich an: "Ich besitze viele Kunstwerke, aber die kann ich nicht essen, oder?", soll sie einmal gesagt haben. Unter dem "Ungenießbaren" findet sich beispielsweise eine Erstausgabe des Don Quijote und Columbus' erste Amerika-Karte. Von alldem wolle ihr Alfonso gar nichts, sagte die Herzogin bereits früher in diesem Jahr einmal. Sie scheint sich ihrer Sache sicher zu sein: "Alles, was er will, bin ich." (Gudrun Springer, DER STANDARD; Printausgabe, 9.8.2011)