Nach laut angekündigter Hetze gegen Kroatien macht der serbische TV-Mogul Zeljko Mitrovic nun einen Rückzieher. Das von seinem TV-Sender "Pink" beschlossene Werbeverbot für kroatische Ware sei noch nicht in Kraft getreten, versicherte der Senderinhaber gegenüber dem Belgrader Boulevardblatt "Alo" am Mittwoch. Es falle ihm gar nicht ein, Kroatien Schaden zuzufügen, so der Medienmogul.

Er habe zehn Jahre lang für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Serbien und Kroatien gekämpft. "Ich habe Morddrohungen erhalten, gegen meinen Sender wurden Bomben geworfen, weil ich kroatische Musik und TV-Serien ausstrahlte und kroatische Investitionen in Serbien unterstützte", beklagte sich Mitrovic serbischen Medien gegenüber über die Situation in Belgrad während der vergangenen Jahre.

Der Besitzer des "rosaroten" TV-Senders, der auch in Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Slowenien tätig ist, hatte in der vergangenen Woche Kroatien einen Medienkrieg angekündigt. Werbungen für kroatischen Tourismus, aber auch kroatische Musik und Filme sollten aus seinem Sender sofort verbannt werden, so Mitrovic.

Der Auslöser für Mitrovics Ärger war die Entscheidung kroatischer Behörden im Vorjahr, die Jacht des Medienmoguls in Dubrovnik zu beschlagnahmen. Nächste Woche soll sie versteigert werden. Die Beschlagnahmung erfolgte, weil Mitrovic eine Zollstrafe in Höhe von zwei Millionen Euro nicht bezahlen wollte. Die Strafe wurde verhängt, weil der Besitzer der Jacht nicht an Bord gewesen sei und die Besatzung bei einer kroatischen Firma beschäftigt gewesen sei. Kroatischen Vorschriften zufolge dürfen Jachten im Besitz von ausländischen Unternehmen aber keine kroatischen Mitarbeiter beschäftigen. Die Jacht gehört der Firma "El Bosco", die auf Gibraltar registriert ist. In jüngsten Äußerungen beteuerte der serbische Geschäftsmann, dass einer der Mitbesitzer der Luxusjacht doch an Bord gewesen sei, als diese von kroatischen Behörden beschlagnahmt worden war.

Der TV-Mogul, der vergangene Woche lautstark beteuerte, nie mehr kroatischen Boden betreten zu wollen, hält sich derzeit in Dubrovnik auf. Seine Präsenz in der Adriastadt sei wegen des juridischen Streites notwendig gewesen, erläuterte der frühere neokommunistische Spitzenfunktionär. (APA)