Innsbruck - Die 35. Innsbrucker Festwochen Alter Musik sind am Mittwoch von Bundespräsident Fischer im Rahmen eines Festaktes auf Schloss Ambras eröffnet worden. Das diesjährige Festwochen-Motto "Sternstunden" war auch bei der Eröffnung Generalthema. Quantenphysiker Anton Zeilinger versuchte in seiner Festrede, die Brücke zwischen den "Sternstunden" der Musik und jenen der Naturwissenschaft zu schlagen.

Die Alte Musik habe in Tirol eine lange und bewährte Tradition, betonte Fischer: "Das bedeutet aber nicht, dass sie antiquiert ist." Gerade in Innsbruck gewinne sie zunehmend an Bedeutung und erlebe durch ihre Förderung gewissermaßen eine zweite Renaissance. Das Motto "Sternstunden" beschreibe nicht nur die 35-jährige Geschichte der Innsbrucker Festwochen, sondern sei auch ein "Versprechen" an die Zukunft.

Landeshauptmann Platter zeigte sich stolz auf das "international anerkannte Festival", das "Bestandteil der Traditionspflege des Landes" sei. Es benötige aber auch die räumlichen Rahmenbedingungen. In seiner Rede kündigte Platter an, die notwendigen Entscheidungen für ein "Haus der Musik" im Herbst treffen zu wollen. Dies sei ein "absolut zukunftsweisendes Projekt", das gemeinsam mit der Stadt Innsbruck und dem Bund realisiert werden solle.

Zeilinger stellte zu Beginn seiner Rede Reflexionen über den Begriff "Alte Musik" an und stellte die Frage in den Raum, was in 300 Jahren wohl darunter fallen werde. Das sei aber zu gegebenem Zeitpunkt schwer vorherzusagen und untrennbar mit Fragen der Ideengeschichte verbunden. Von "Sternstunden" könne immer dann gesprochen werden, wenn etwas Unvorhersagbares passiere - egal ob in der Naturwissenschaft oder in der Kunst. Er wünsche sich, dass "wir auch in Zukunft nicht aus dem Staunen herauskommen" und noch viele "Sternstunden" erleben werden, betonte Zeilinger.

Im Rahmen des Festaktes gab es einen Auszug aus der von dem künstlerischen Leiter Alessandro De Marchi dirigierten Oper "Flavius Bertaridus - König der Langobarden", die am Mittwochabend im Tiroler Landestheater Premiere feiert. Die Festwochen dauern bis 28. August. (APA)