Singapur - Die Fluggesellschaft Singapur Airlines (SIA) könnte einem Zeitungsbericht zufolge in diesem Jahr einen Rekord-Verlust von einer Milliarde Dollar erleiden, wenn die Piloten die geplanten Einsparmaßnahmen des Unternehmens nicht akzeptieren. Erstmals in ihrer 56-jährigen Geschichte plant SIA, im großen Umfang Stellen abzubauen. Insbesondere wegen der Einbrüche bei den Passagierzahlen durch die Lungenkrankheit Sars, droht das Unternehmen rote Zahlen zu schreiben.

"SIA befindet sich in einem Notfall, und wenn das Management und die Mitarbeiter von SIA die Situation nicht gut lösen, könnte SIA gut auf der Intensivstation landen", zitierte die Zeitung "Sunday Times" Ministerpräsident Goh Chok Tong. Goh habe in diesem Zusammenhang zudem am Samstag vor einem Verlust der Gesellschaft in Höhe von bis zu einer Milliarde Dollar (etwa 848 Mio. Euro) gewarnt. Die Gesellschaft befindet sich zu 56 Prozent in staatlichem Besitz.

Kapazitäten reduziert

Singapur Airlines hatte allein im April einen operativen Verlust in Höhe von 200 Mio. Dollar (170 Mio. Euro) verzeichnet. Angesichts der Rückgänge in Folge von Sars hat das Unternehmen seine Kapazitäten um ein Drittel reduziert.

Dem Blatt zufolge sind für Montag Gespräche des Managements mit der Gewerkschaft von rund 1.600 Piloten geplant. Ein Sprecher des Unternehmens sagte am Sonntag, die geplanten Sparmaßnahmen träfen auf Widerstand. Die Piloten haben es abgelehnt, alle zwei Monate bis zu zwölf Tage unbezahlten Urlaub nehmen zu müssen, wenn nicht zuvor 120 in Übersee stationierte ausländische Piloten gekündigt werden. Sie haben zudem Vorschläge für eine Gehaltskürzung um 22,5 Prozent abgelehnt.(APA/Reuters)