Vier Forscher des National Center for Supercomputing Applications und dem Computer Science Department der Universität von Illinois haben einen Supercomputer-Cluster aus 70 Sony PlayStation 2 errichtet. Das System wurde nach einem Bericht der New York Times für 50.000 Dollar verwirklicht und dient vor allem als Experiment. Das Team um Mark Showeman und Craig Steffen glaubt, dass ihr Billig-Supercomputer bis zu einer halben Billion Rechenoperationen in der Sekunde ausführen kann.

Testlauf

Showeman und Steffen wollen mit ihrem Projekt untersuchen, wie schnell sich Supercomputer aus billigen und frei verfügbaren Einzelteilen verwirklichen lassen. Bei der PlayStation 2 hat es ihnen vor allem der Grafikprozessor der Konsole, der neben MIPS in dem Gerät installiert ist, angetan. Dieser Emotion Engine genannte Chip bewältigt bis zu 6,5 Milliarden Rechenoperationen in der Sekunde. Als Betriebssystem kommt Linux zum Einsatz, da Sony bereits mit seinem Linux Kit einen Zugang für die Programmierung der Konsole bietet.

Einsatz

Bis jetzt kann der aus Konsolen zusammengestellte Supercomputer nur für einige wenige klar definierte Probleme eingesetzt werden. So stellt der geringe Arbeitsspeicher von 32 MB pro PlayStation 2 noch ein Hindernis für den weiteren Einsatz dar. Zurzeit laufen auf dem System Berechnungen zur Quanten-Chromodynamic (QCD). Die QCD-Theorie beschreibt die Kräfte zwischen Elementarteilchen wie Quarks und Gluons. Berechnungen zu diesem Problemfeld benötigen den größten Anteil an den teuren Supercomputer-Kapazitäten des US-Energieministeriums. (pte)