Wien - Der Kunststoffhersteller Borealis, an dem der österreichische Erdölkonzern OMV rund 36 Prozent hält, hat im ersten Halbjahr 2011 deutlich zugelegt. Die Umsätze sind von 3,026 Mrd. auf 3,756 Mrd. Euro gestiegen, der Nettogewinn hat sich mehr als verdoppelt und belief sich auf 341 Mio. nach 146 Mio. Euro. Auch das zweite Quartal entwickelte sich stark - "trotz Marktabschwächung in den letzten Monaten", wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Das zweite Halbjahr dürfte daher "weitaus schwieriger" werden, die Volatilität bei den Rohstoffpreisen sei noch immer hoch, so Borealis-Chef Mark Garrett. Man habe aber in der Vergangenheit gezeigt, mit "solchen turbulenten Bedingungen" umgehen zu können.

In den ersten sechs Monaten wuchs der Betriebsgewinn auf 288 (187) Mio. Euro, wobei dieser im zweiten Quartal rückläufig war (109 nach 126 Mio. Euro). Die Umsätze haben aber auch im zweiten Vierteljahr zugelegt, und zwar von 1,614 auf 1,897 Mrd. Euro. Der Quartalsgewinn betrug 168 nach 92 Mio. Euro. Die Nettoverschuldung nahm im Laufe des Quartals ab, die Verschuldungsquote kam bei 41 nach 44 Prozent zu liegen.

Polyolefinbereich schwächelt, Basischemikalien stark

Die großen Schwankungen bei den Rohstoffpreisen hat Borealis vor allem im Polyolefinbereich zu spüren bekommen. "Das Polyolefingeschäft trug im zweiten Quartal 2011 niedrigere Gewinne als im ersten Quartal 2011 und im Vergleichszeitraum des letzten Jahres bei, da die europäischen Marktverhältnisse immer schwieriger wurden. Dies führte zu geringeren Absatzmengen und abnehmenden Gewinnspannen", hieß es in der Mitteilung.

Das Basischemikaliengeschäft habe sich hingegen stark entwickelt und das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr verbessert.

Joint Venture mit Abu-Dhabi-Staatsfirma gewinnträchtig

Einen "wesentlichen" Beitrag zum Quartalsgewinn habe das Joint Venture Borouge (mit der Abu Dhabi National Oil Company ADNOC) geleistet. Der Ausbau der petrochemischen Anlage in Abu Dhabi erfolge plangemäß, die Anlage soll bis Ende 2013 in Betrieb genommen werden und bis Mitte 2014 voll funktionsfähig sein.

Künftig will Borealis nach Südosteuropa expandieren und im rumänischen Giurgiu für 4,5 Mio. Euro einen neuen Import-Hub bauen. Dieser soll sowohl den rumänischen als auch den bulgarischen Markt bedienen. Außerdem soll in diesem Jahr ein neuer Verteilungsknoten im rumänischen Timisoara (Temesvar) eingerichtet werden. (APA)