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Rote Sohlen sind für das New Yorker Gericht nicht als Marke zu schützen

Foto: Reuters/Allegri

New York - Die rot lackierten Schuhsohlen von Louboutin-High-Heels gelten als Markenzeichen der Schuhe des französchen Designers - alleiniges Nutzungsrecht auf die Farbe hat er jedoch nicht, bestimmte ein New Yorker Gericht.

Richter Victor Marrero erklärte zur Begründung, die rote Schuhsohle könne keinen Markenschutz in Anspruch nehmen. In der Modeindustrie habe Farbe "schmückende und ästhetische Funktionen", die für einen gesunden Wettbewerb von großer Bedeutung seien. Christian Louboutin hatte im April in New York Klage gegen YSL eingereicht. Weil er als erster die Idee zu roten Sohlen an seinen Glamourschuhen gehabt habe, verlangte er eine Million Dollar Schadenersatz wegen "Markenverletzung, unfairen Wettbewerbs und falscher Herkunftsbezeichnung". 

"Glamouröse Botschaft"

Richter Marrero geriet in seiner Begründung in geradezu poetisches Schwärmen: "Wenn Hollywood-Stars rote Teppiche überqueren und Top-Models über Laufstege stolzieren, und sich Köpfe drehen und Blicke auf die Füße der Berühmtheiten fallen, dann geht von rot lackierten Schuhsohlen an schwarzen High Heels eine glamouröse Botschaft aus, die sofort ins Auge sticht." Dennoch wäre es eine unzulässige Wettbewerbsbeschränkung, andere Firmen daran zu hindern, ebenfalls rote Schuhsohlen zu verwenden, fügte der Richter nüchtern hinzu. YSL habe "verschiedene Gründe", rote Sohlen zu verwenden. Ein Anwalt Louboutin sagte, er sei über das Urteil "zutiefst enttäuscht".

YSL hatte das Argument Louboutins mit einem gewissen Spott zurückgewiesen: Die Idee roter Sohlen habe man nicht von dem französischen Designer übernommen, sondern von den rot besohlten Tanzschuhen des französischen Königs Ludwig XIV. oder den berühmten rubinroten Schuhen von Dorothy im "Zauberer von Oz", wie Richter Marrero YSL zitierte. (APA)