Amstetten - Der Keller des Hauses, in dem Josef F. seine Tochter 24 Jahre lang gefangen gehalten und mit ihr sieben Kinder gezeugt hat, wird definitiv zugeschüttet. Das gab Walter Anzböck, Masseverwalter im Konkurs über das Vermögen des lebenslänglich Verurteilten, bekannt. Mit der Verfüllung sei gegen Jahresende oder Anfang 2012 zu rechnen. Der Inzest-Fall in Amstetten war Ende April 2008 bekanntgeworden.

Die Entscheidung sei in einer gemeinsamen Besprechung mit der Baubehörde beim Stadtamt Amstetten unter Zuziehung des Konkursrichters sowie eines Baustatikers getroffen worden. Demnach soll jener Bereich des Kellers, der von F. ohne Genehmigung errichtet wurde, mit fließfähigem Beton verfüllt werden, indem das Material über kleine Löcher in den Kellerdecken, die zu diesem Zwecke aufgebohrt werden, über Schläuche in die Räumlichkeiten gepumpt wird.

Betont wurde, dass durch diese Vorgangsweise die Räumlichkeiten "vollkommen unbenützbar, unbegehbar und dauerhaft vernichtet" werden. Gleichzeitig werde den statischen Erfordernissen des Objektes sowie der angrenzenden Gebäude Rechnung getragen. Der Zeithorizont für die Arbeiten wurde mit noch beizuschaffenden technischen Details und der einzuholenden Bewilligung begründet. Der gesamte technische Vorgang soll derart durchgeführt werden, "dass für Außenstehende kein wie immer gearteter Zugang sowie keine Besichtigung der Kellerräumlichkeiten möglich ist". (APA)