Wien - Für die am morgigen Mittwoch anstehenden Halbjahreszahlen des Kartonherstellers Mayr-Melnhof (MM) erwarten Analysten weitere Ergebnissteigerungen. Nach dem deutlichen Aufschwung vom Vorjahr dürfte sich aber die bereits im ersten Quartal begonnene Normalisierung der Nachfragesituation fortsetzen. Jedoch könnten gestiegene Input-Kosten für Druck auf die operativen Margen sorgen, hieß es.

Durchschnittlich rechnen die Analysten der Erste Group, UniCredit und Raiffeisen Centrobank (RCB) mit einer Umsatzsteigerung zum Vorjahreszeitraum um etwa zwölf Prozent auf 968,9 Mio. Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) wird auf 94,0 Mio. Euro geschätzt, das entspricht einem Zuwachs von 21,1 Prozent. Für das Nettoergebnis nach Minderheiten erwarten die Experten im Schnitt eine Steigerung um 19,3 Prozent auf 66,3 Mio. Euro.

Die Wertpapierspezialisten sind sich einig, dass sich die Normalisierung des Marktes vom ersten Quartal im Halbjahr fortgesetzt haben dürfte. Es wird dennoch mit einer robusten Nachfragesituation sowie einer fast vollständigen Auslastung der Kapazitäten gerechnet. Die Experten der UniCredit betonen darüber hinaus, dass sie das konservative Geschäftsmodell des Kartonherstellers schätzen würden und die Kaufempfehlung für die Titel der Mayr-Melnhof daher erhalten bleibe.

Im Segment MM Karton konnten die gestiegenen Input-Kosten bereits im ersten Quartal großteils kompensiert werden. Nach Meinung der RCB-Analysten sollte die erfolgreiche Implementierung dieser Kosten nun erste sichtbare Effekte auf die Durchschnittspreise haben. Im Sektor MM Packaging könnten die hohen Input-Kosten jedoch auf den operativen Margen lasten. Die Experten der RCB rechnen daher im zweiten Quartal mit einer "Operating Margin" des Segments von nur 8,7 Prozent.

Die Analysten der RCB sowie der Erste Group betonen zudem, dass im zweiten Quartal 2010 negative Einmaleffekte aus dem Verkauf eines Werks in Deisswill in der Schweiz in Höhe von 7,9 Mio. Euro angefallen seien. Der Wegfall dieses Effekts trage demnach klar zu der Ergebnissteigerung im zweiten Quartal 2011 bei, hieß es. (APA)