Stadtrat Ludwig (2.v.r.) und Gemeinderat Chorherr (r.) mit den Mietervertretern vom "Werndlhof" in Wien-Floridsdorf, Thomas Trampitsch (li.) und Karl Krejci (2. v.l.).

Die Boxen sind fix mit dem Boden verbunden und mit einem Zylinderschloss versehen, Dach und Seitenwände sind aus stabilem Stahlblech gefertigt.

Foto: PID/A. Halada

Mehr als 9000 Fahrräder wurden im ersten Halbjahr 2011 in Österreich gestohlen, das waren um tausend mehr als noch vor einem Jahr. Jedes dritte davon kommt in Wien abhanden - und die Stadtregierung will nun diesem besorgniserregenden Trend ein bisschen entgegenwirken. Fahrräder, die in Wiener Gemeindebauten abgestellt werden, sollen künftig vor Langfingern besser geschützt werden - aber auch vor Wetter und Vandalismus, so das erklärte Ziel eines Pilotprojekts, das von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) und dem Grünen Gemeinderat Christoph Chorherr nun ins Leben gerufen wurde.

In dessen Rahmen haben die beiden Politiker am Mittwoch erstmals so genannte "Fahrradboxen" präsentiert, und zwar in der Wohnhausanlage Werndlgasse 14-18 in Floridsdorf. Fünf solcher Boxen wurden dort nach Abstimmung von Wiener Wohnen mit dem Mieterbeirat errichtet. "Weitere Wohnhausanlagen sollen rasch folgen", verspricht Ludwig. "Alle Gemeindebauten, bei denen es nötig ist und die den dafür nötigen Platz bieten, sollen mit sicheren Fahrradabstellplätzen ausgestattet werden."

Miete von 6,05 Euro im Monat

Gemeindebau-Bewohner, die eine solche Fahrradbox in ihrer Anlage wünschen, können sich einerseits an ihre Mieterbeiräte bzw. direkt an Wiener Wohnen wenden, andererseits wird davon unabhängig der Bedarf erhoben. Allerdings müsse die räumliche Voraussetzung gegeben sein sowie der Bedarf an mindestens fünf Boxen bestehen.

Kleiner Wermutstropfen: Die Benützung der Boxen wird nicht gratis sein. Zwischen Wiener Wohnen und den betreffenden Mieterinnen und Mietern wird ein eigener Vertrag - unabhängig vom Wohnungsmietvertrag - geschlossen, die Monatsmiete einer Fahrradbox wird sich auf 6,06 Euro belaufen. (red)